Die ersten zwei auf Elektroantrieb umgerüsteten Audi A2, die innerhalb des Projektes "Harz.EE-Mobility" an einem Feldversuch teilnehmen, wurden am Mittwoch in Dardesheim ihren Haltern übergeben. Außerdem wurde gegenüber vom Rathaus eine neuentwickelte Ladestelle für Elektroautos in Betrieb genommen.

Dardesheim. Es handelt sich um die ersten zwei von 15 Audi A2, die bis zum Sommer an einem Feldversuch teilnehmen werden. Dabei geht es um das intelligente Laden zu Zeiten, in denen viel Öko-Strom im Netz ist, aber auch um die Nutzung der Autobatterie als Energiespeicher für die Zeit, wenn wegen Windflaute wenig Strom erzeugt werden kann.

15 Privatpersonen, Firmen und Verwaltungen aus dem Harzkreis und aus Magdeburg entschlossen sich, an dem praktischen Versuch teilzunehmen. Sie orderten einen der in Derenburg beim Elektromotorenbauer Krebs & Aulich umgebauten Elektro-Audi A2.

Das Derenburger Unternehmen entwickelte den Elektromotor sowie die Anpassung der Systeme in das Auto. Es ist das weltweit erste Elektroauto in Kleinserie, das Strom nicht nur lädt, sondern auch ins Netz zurückspeisen kann.

Die Audi-A2 werden zwar schon seit 2005 nicht mehr gebaut, gelten aber aufgrund ihrer leichten Aluminiumkarosse und der hohen Bauweise als günstig für Stromautos. Etwa 100 Kilometer weit fahren die Autos mit einer Stromladung. Für rund 17 000 Euro werden die Audis an die Projektteilnehmer verkauft. Der Preis ist gestützt durch das Projekt, das wiederum von der Bundesregierung gefördert wird.

Ute Urban aus Derenburg orderte solch einen Wagen, nachdem sie schon über ein Jahr einen Elektro-Twingo fuhr. Beruflich an der Hochschule Harz in Wernigerode mit diesem Elektromobilitätsprojekt beteiligt, ist sie überzeugt von der Zukunft der Elektroautos.

Der zweite Audi wird in Magdeburg rollen. Jörg Dahlke nahm den Schlüssel in Empfang. Er ist im Vorstand der Helionat-Energiegenossenschaft, die ein Elektro-Car-Sharing in Magdeburg aufbaut. Beide erhielten ihre Schlüssel aus den Händen von Ralf Voigt, Projektmanager der zum Dardesheimer Windpark Druiberg gehörenden Firma Regenerativ-Kraftwerke Harz, und Jörg Krebs, Geschäftsführer von Krebs & Aulich.

Auch für die Stadt Osterwieck ist eines der Fahrzeuge vorgesehen, bestätigte Bürgermeisterin Ingeborg Wagenführ. Damit wolle man die Unterstützung des Projektes dokumentieren. Offen scheint aber noch zu sein, wie die klamme Stadt das Auto finanzieren will. Man arbeite aber an einer Lösung. Zumal die Betriebskosten von Elektroautos minimal sind.

Das Elektromobilitätsprojekt ist ein Schwester-Vorhaben der Regenerativen Modellregion Harz, in der die Energieversorgung der Zukunft auf Basis erneuerbarer Energien erforscht wird. Einer der Partner, die Münchener Siemens AG, lieferte die neue Ladestelle nach Dardesheim, die von der Hessener Firma von Gerrit Achilles aufgebaut wurde. Stromnetzbetreiber Eon-Avacon, ebenfalls Partner, stellte die notwendige Anschlusstechnik zur Verfügung und übernimmt auch die Stromkosten des Betankens, wie Kommunalreferentin Antje Klimek erklärte. Das Unternehmen hat extra einen Ökostromvertrag für die Ladesäule abgeschlossen.

Weitere Säulen sollen nach Information von Ralf Voigt in Wernigerode (Hochschule Harz und IGZ), Derenburg sowie in Magdeburg errichtet werden. Eingebunden in den Feldversuch werden die bereits vorhandenen Ladestationen in Osterwieck und Halberstadt.