Unterrichtsfreie Zeit ist Schülern eigentlich immer willkommen. Davon hatten die der Sekundarschule "Walther Gemm" in dieser Woche reichlich. Gleich zweimal sind Stunden nach Wasserrohrbrüchen ausgefallen. Nun wird die marode Leitung aus den 1970-er Jahren ersetzt.

Halberstadt l Für die 300 Schüler der Halberstädter Sekundarschule "Walther Gemm" hätte der Donnerstag nicht besser beginnen können. Noch vor 7 Uhr morgens hatte es sich herumgesprochen: "Die Schule fällt aus!". Grund ist ein Wasserrohrbruch gewesen, den Hausmeister Reinard Woditsch entdeckt hatte, als er gegen 6.30 Uhr seinen Arbeitsplatz betrat. Folge der geplatzten Leitung: riesige Pfützen und Schlamm auf dem Schulhof.

Umgehend wurden die Halberstädter Stadtwerke informiert, die die Wasserleitung stilllegten. Kein fließendes Wasser bedeutet keine funktionierenden Toiletten und ohne diese kann der Schulbetrieb nicht aufrecht gehalten werden, informiert Ines Göhler. Kurzfristig musste die Schulleiterin die Entscheidung treffen, die Einrichtung zu schließen. "Mittels Telefonkette wurden die Schüler informiert. Außerdem haben sich Eltern an Haltestellen postiert, damit die Kinder nicht in die Busse steigen", berichtet Göhler.

Jüngste Schüler in benachbarte Turnhalle gebracht

Improvisationstalent der Schulleitung war bereits am Montag gefragt. Auch da hieß es nach der dritten Stunde Unterrichtsfrei für die Schüler ab Klassenstufe Sieben. "Die Fünft- und Sechstklässler wurden bis zum regulären Schulende in der nahegelegenen Turnhalle betreut", sagt Ines Göhler.

In diesem Fall war ebenfalls ein geplatztes Rohr Anlass für den Unterrichtsausfall. Ein Schacht, der etwas außerhalb des Schulgeländes liegt, lief mit Wasser voll. "Bis zu drei Meter stand es hoch", berichtet Reinard Woditsch. Seit 14 Jahren ist er Hausmeister an der Gemm-Schule. Er sei nicht verwundert, dass es zu den Rohrbrüchen gekommen ist. "Die Schule ist Anfang der 1970er Jahre erbaut worden. So alt sind auch die Leitungen. Mittlerweile sind sie marode", erläutert er. Vor etwa fünf Jahren sei es an einer anderen Stelle zum Rohrbruch gekommen.

Schulgebäude wird durch Rohrbrüche nicht beschädigt

In den jüngsten beiden Fällen wurden die Schäden jeweils noch am selben Tag von den Mitarbeitern der Firma ABG Tief- und Straßenbau behoben. Dafür entfernten sie Bodenplatten beziehungsweise massive Betonstufen, schachteten und tauschten die defekten Leitungsstücke aus. "Zum Glück haben die Stadtwerke und die Mitarbeiter der Firma schnell reagiert. Sie haben uns unkompliziert geholfen", betont Reinard Woditsch. So stellten die Stadtwerke einen Notbehälter mit 1000 Litern Trinkwasser auf dem Schulhof zur Verfügung. Dank der eiligen Reaktion aller Akteuere, konnte der Schulbetrieb am Freitag wieder aufgenommen werden, so Ines Göhler.

Zwar habe das Schulgebäude selbst keinen Schaden von den Überflutungen davongetragen, dennoch sei schnelles Handeln gefragt. "Schon am Donnerstag gab es eine Beratung dazu", berichtet die Direktorin. Am 7. April beginnt voraussichtlich die Verlegung von neuen Leitungen. Der Unterricht solle davon jedoch nicht betroffen sein, betont Ines Göhler.

"Die alte Leitung bleibt während der Arbeiten in Betrieb. Die neue nimmt einen anderen Weg", erläutert Manuel Slawig vom Landkreis Harz, dem Träger der Schule. Über eine Strecke von etwa zwölf Meter müssen die Rohre ersetzt werden. "Die Umstellung auf die neuen Leitungen erfolgt dann in der Ferienwoche", so der Pressesprecher. Die Kosten, etwa 8000 bis 10 000 Euro, trage der Landkreis.

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