In der Darlingeröder Sandtalhalle wurde am Dienstag- abend Verbandsgeschichte geschrieben. So drückte es Werner Greif, einer der Stellvertreter des neuen Kreisfeuerwehrverbandes Harz, in seinen Worten nach der Verschmelzung der beiden Feuerwehrverbände Halberstadt und Wernigerode aus.

Darlingerode. Im zweiten Anlauf fand die zweite Delegiertenversammlung statt, auf der die beiden Feuerwehrverbände von Halberstadt und Wernigerode fusionieren sollten (Volksstimme berichtete). Dank der Mehrheit an Delegierten aus den Feuerwehren der beiden Verbände, war die Versammlung diesmal beschlussfähig und die anwesenden Kameradinnen und Kameraden folgten dem manchmal sehr "bürokratisch" erscheinenden Prozedere.

Die beiden Verbandsvorsitzenden Kai-Uwe Lohse und Frank Kenzig bedankten sich in ihren Berichten für die jahrelange Arbeit ihrer Vorstände. Lohse, auch als Kreisbrandmeister des Harzkreises anwesend, machte in seinen Worten deutlich, dass es ohne einen schlagkräftigen Feuerwehrverband nicht gehe. Mit bis dato drei Verbänden werde man auf Kreis- und Landesebene nicht wahrgenommen. Weiterhin appellierte er an die anwesenden Kameradinnen und Kameraden, dass viele Wehren ihr "Feuerwehrdenken" wiederfinden müssten. Niemand wolle Feuerwehren schließen, aber Wehren, die neben den Problemen wie leeren Haushaltskassen auch intern nicht mehr "Feuerwehr sind", würden Gefahr laufen, früher oder später geschlossen zu werden. Lohse wünsche sich mit dem neuen Kreisfeuerwehrverband Harz eine gute Zusammenarbeit und dass der neue Vorstand Einigkeit zeigt und lebt.

"Wir sind jetzt ein großer Feuerwehrverband, der auch einen großen und arbeitsfähigen Vorstand braucht."

Damit zur Versammlung alles mit rechten Dingen zuging, war die eigentlich wichtigste Person der Veranstaltung Notarin Marianne Lösler. Sie protokollierte und überwachte die Versammlung genau und las den anwesenden Brandschützern neben dem Verschmelzungsvertrag auch den Satzungsvorschlag des neuen Kreisfeuerwehrverbandes Harz vor. Nach dem die (Noch)Vorsitzenden Kai-Uwe Lohse (Wernigerode) und Frank Kenzig (Halberstadt) ihren Verschmelzungsbericht vorgelesen hatten, wurde in einer offenen Wahl, die von den einzelnen Verbänden getrennt abgehalten wurde, mehrheitlich die Verschmelzung der beiden Feuerwehrverbände beschlossen. Der jetzt aktiv werdende Übergangsvorstand übernimmt alle Dienst- und Amtsgeschäfte, bis auf der nächsten Delegiertenversammlung der neue und komplette Vorstand gewählt wird. Dazu rief Werner Greif noch einmal alle Anwesenden auf, in ihren Wehren zu fragen, ob sich dort Mitglieder finden, die dem neu zu wählenden Vorstand beitreten und diesen so tatkräftig unterstützen möchten. "Wir sind jetzt ein großer Feuerwehrverband, der auch einen großen und arbeitsfähigen Vorstand braucht", so Greif weiter.

Zur Vorsitzenden des neuen Kreisfeuerwehrverbandes Harz wurde Ulrike Günther (FF Stötterlingen) gewählt. Ihre Stellvertreter sind Werner Greif (FF Cattenstedt) und Marcel Fischer (FF Halberstadt). Zum Schluss bedankte sich die neue Vorsitzende bei allen Anwesenden für ihr Erscheinen und den Willen, den Weg für einen neuen und hoffentlich schlagkräftig werdenden Kreisfeuerwehrverband Harz zu ebnen. Weiterhin bedankte sie sich bei den ehemaligen Vorständen der beiden Feuerwehrverbände für die jahrelange und unermüdliche Arbeit und dankte ihnen auch für die seit einem Jahr oft mühsame Arbeit und Vorbereitung, die für diese Verschmelzung nötig war. "Lassen wir das Kind erstmal laufen lernen", so Ulrike Günther abschließend.

Wie es in der Satzung zu lesen ist, steht der Kreisfeuerwehrverband Harz auch den Feuerwehren des Altlandkreises Quedlinburg offen. Demnach bedeutet diese Verschmelzung keine Abweisung gegenüber dem Feuerwehrverband des Altkreises Quedlinburg. Dieser hatte bis dato keine positiven Signale gegeben, bei der jetzt vollzogenen Verschmelzung der beiden Feuerwehrverbände mitzumachen.