Halberstadt. Schrittgeschwindigkeit ist seit Wochen auf der Sternstraße zwischen der Kreuzung zur OdF-Straße und der Aral-Tankstelle angesagt. Kanten und Buckel bremsen selbst den mutigsten Kraftfahrer, weil der Angst um sein Fahrzeug haben muss. Viele nervt es einfach, dass die vielbefahrene Bundesstraße 79 in der Ortslage erst halbseitig gesperrt war und jetzt eine Dauer-Baustelle ist. Was ist geschehen?

"... bei dem Wetter kann kein vernünftiger Straßenbau erfolgen"

Im Herbst vergangenen Jahres wurde damit begonnen, die Sternstraße in voller Länge auf 1,3 Kilometern für 250 000 Euro auszubauen, weil der Winter 2009/2010 an der Substanz genagt hatte. Die Arbeiten gingen erst gut voran, bis erneut der Winter einbrach. Und das früher als erwartet. Der ursprünglich festgesetzte Fertigstellungstermin platzte wie eine Seifenblase. Dann hieß es, vor den Weihnachtsfeiertagen solle die Straße fertig werden. Ein zweites Mal ein Termin, der aufgrund des Winterwetters nicht eingehalten werden konnte.

In dieser Woche fragte ein Leser der Volksstimme am Lesertelefon der Redaktion, wann denn die Sternstraße nun endlich wieder in einen vernünftigen Zustand versetzt wird. Eine Frage, die die Halberstädter Volksstimme an den zuständigen Landesbetrieb Bau West in der Kreisstadt weitergab.

"Schauen Sie aus dem Fenster, bei dem Wetter kann kein vernünftiger Straßenbau erfolgen", sagte Harald Müller, der zuständige Mitarbeiter vom Landesbetrieb Bau West. Ein qualitätsgerechtes Einbringen des Straßenbelags sei nur bei Plusgraden möglich. Man benötige wenigstens eine Woche Vorlauf bei frostfreiem Wetter, um wieder starten zu können.

Aber warum hat man die zurückliegenden Wochen nicht genutzt, die doch meist frostfrei waren?

"In den Mischwerken werden die ersten Wochen des Jahres für die dringend notwendigen Wartungsarbeiten an den Mischanlagen genutzt. In der Region gibt es derzeit kein Unternehmen, wo die Anlagen in Betrieb sind", so Müller. Nach seinen Worten könne man mit dem Provisorium in der Sternstraße leben, auch wenn es sicher nicht optimal sei, sei es besser als eine Umleitung des Straßenverkehrs durch die Altstadt. Die gab es im vergangenen Jahr schon einmal und die sorgte für größere Probleme, weil die Altstadt das Verkehrsaufkommen nicht bewältigen konnte. Das Ergebnis: nervende Staus.

Harald Müller rechnet nicht vor März mit einem Beginn der Arbeiten auf der Sternstraße. Es könnte sogar April werden. Aber das könne man derzeit schlecht einschätzen, weil man nicht sagen könne, wie lange der Winter noch dauern werde.