Im Aus- und Weiterbildungszentrum gGmbH Halberstadt (AWZ) kamen am Montag die Leiter der Jugendeinrichtungen zusammen, um mit Vertretern von HaWoGe und Politik die Zukunft der Jugendarbeit in Halberstadt zu besprechen.

Halberstadt. Ein bisschen Traurigkeit lag in der Luft, als Angelika Arndt vom AWZ die Gesprächsrunde am Montag eröffnete. Die Schließung des Hauses der Familie vor wenigen Wochen bewegt die Gemüter noch immer. "Wir dachten, wir kriegen es noch irgendwie hin", meinte Arndt sichtlich betroffen. Aber ohne finanzielle Unterstützung konnte die Einrichtung in der Maxim-Gorki-Straße nicht gehalten werden. Die ausgebliebene Förderung (Volksstimme berichtete) vom Landkreis hat auch zur Schließung der Siebdruckwerkstatt im Burchardi-Kloster geführt, welches – wie auch das Haus der Familie – bisher vom AWZ verwaltet wurde. Nun wissen die Jugendlichen nicht, wohin sie in ihrer freien Zeit gehen sollen.

Trotz der ungünstigen Ausgangslage für die Jugendarbeiter - der Landkreis setzte die finanzielle Förderung für drei Monate aus – ist man sich im Netzwerk einig, gemeinsam den Stand der Angebote für Kinder und Jugendliche in Halberstadt zu halten und Kooperationspartner zu finden, damit eine Lobby aufgebaut werden kann.

"Die Spenden, die wir bisher bekommen haben, reichen leider nicht aus", so Arndt. Um wenigstens die Betriebskosten für die noch bestehenden Einrichtungen zu mindern, wünschen sich die Partner einen Sozialtarif oder Rabattvertrag für gemeinnützige Institutionen. Sebastian Friese, Mitglied der SPD/Grünen-Fraktion im Stadtrat, verhandelt dazu derzeit mit den Stadtwerken.

"Die bisherigen Spenden reichen leider nicht aus."

Umso dankbarer sind die Jugendarbeiter, dass die HaWoGe den Einrichtungen entgegenkommt. Doris Dankemeier vom Migrationsdienst des Diakonischen Werks im Kirchenkreis Halberstadt: "Wenn die HaWoGe uns die Räume nicht mietfrei zur Verfügung stellen würde, müssten wir den Jugendclub schließen."

Daniel Szarata, Kreisvorsitzender der Jungen Union, hielt die Jugendeinrichtungen zu mehr öffentlicher Arbeit an. Denn nicht nur die Präsenz nach außen hin sei wichtig, sondern auch die gemeinsame Arbeit, um das Bewusstsein in der Öffentlichkeit zu wecken. Beate Grebe, Geschäftsführerin der HaWoGe, zeigt sich nach wie vor kooperativ und bot eine Unterstützung durch Veröffentlichungen in der Kundenzeitschrift an. Das sei ratsam, man könne dadurch den Einrichtungen eine "Bühne bieten und über bevorstehende Veranstaltungen informieren".

Die Netzwerk-Mitglieder setzen nun alle Hoffnung auf die nächste Stadtratssitzung am 14. April. Denn dann erwarte man eine Entscheidung, ob und in welcher Höhe die Jugendarbeit als freiwillige Leistung von der Stadt Halberstadt gefördert wird. Dazu wurde den Gesprächsteilnehmern Informationsmaterial der betroffenen Einrichtungen zur Verfügung gestellt, um den Stadtpolitikern eine Diskussionsgrundlage zu geben. Bis zur Sitzung wolle man regelmäßige Netzwerktreffen organisieren, um gemeinsame Aktionen auf die Beine zu stellen. Als erstes steht die Vorbereitung des Projektes "Partizipation und Teilhabe" an, durch welches junge Menschen an politische Geschichte herangeführt werden sollen.