Das Thema "alternative Energiegewinnung" hat Schüler vom Blankenburger Gymnasium "Am Thie" nach Dardesheim in den Windpark geführt. Begleitet wurden sie dabei von Gästen von einer japanischen, naturwissenschaftlichen Elite-Schule.

Dardesheim l Frischer Wind, im wahrsten Sinne des Wortes, ist den Besuchern beim Besuch des Windparks Druiberg und der dort größten Windkraftanlage, der E112, entgegen geweht. Nach seinem Vortrag über Wind- und Solarenergie sowie Biogasanlagen im Vorharz hat der technische Leiter, Thomas Radach, die Besucher vor Ort über den Windpark informiert. Von Weitem ist hier auch der Neubau einer neuen Windkraftanlage mit einer Nennleistung von 2,3 Megawatt verfolgt worden.

Bereits zum vierten Mal besuchten japanische Schüler Blankenburg. Die Zusammenarbeit mit der High School in Fukui kam über das Kultusministerium in Magdeburg zustande. Seit 1995 arbeitet das Gymnasium "Am Thie" deutschlandweit als anerkannte Unesco-Projektschule mit. 2002 bekam es den Titel "anerkannte Unesco-Projektschule" verliehen.

Für die Japaner ist Sachsen-Anhalt vor allem nach ihrer Fukushima-Katastrophe besonders interessant. Nachwachsende Rohstoffe, sämtliche Formen der erneuerbaren Energien sind in diesem Bundesland zu erleben. "Mit einem einzigartigen Energiekonzept bietet unsere Schule bereits im eigenen Hause Einblicke über die Nutzung der Energieressourcen und Energietechnik", berichtete Schulleiter Dr. Berndt Büchel.

Dieses Energiekonzept wurde den Japanern, die mit 14 Schülern, drei Lehrern und einer Dolmetscherin angereist waren, in einer Projektwoche vorgestellt. Die 16- und 17- jährigen Schüler besuchen in Japan die 11. Klasse. In der Zwölften machen sie ihren Abschluss. Die Verständigung mit den deutschen Schülern erfolgte in Englisch.

Gemeinsame Vorträge über Solarenergie und deren Nutzung vertieften die Sprachkenntnisse. "Eine Sprache lernen, geht nur über üben", betonte der Schulleiter. Interessant waren für die Japaner auch die Informationen, wie die Deutschen leben, wie sie mit Energie umgehen - und freilich, ob sich das in Japan umsetzen ließe.

Die Neugier auf Deutschland fand hier keine Grenzen. So erzählte Louis Niemann, bei dem auch ein Schüler aus Japan übernachtete: "Wir sind am ersten Abend noch durch Blankenburg gelaufen. Der japanische Schüler wollte alles sehen, auch einen Supermarkt. Für ihn ist hier alles etwas größer." Der Schulleiter betonte: "Es ist spannend für die Schüler und macht Spaß."

Die ausländischen Schüler wollten wissen, mit welchen Rohstoffen die Deutschen heizen, wie sie mit den Rohstoffen umgehen, wie sie Energie sparen und wie überhaupt ihre Wohnungen aussehen.

Viele Fragen also in einem eng gestrickten Wochenplan. Dieser reichte vom Besuch der Universität und des Windradherstellers Enercon in Magdeburg, zum Pumpspeicherwerk in Wendefurt, der Weltkulturerbestadt Quedlinburg, über den Windpark in Dardesheim sowie Wernigerode bis zum Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung in Gatersleben. "Nebenbei" wurden morgens am Gymnasium Vorträge gehalten über das Bildungssystem im Deutschland und die verschiedenen Energieformen erläutert.

Nach den vielen Gesprächen mit den Japanern stellte Schulleiter Büchel heraus: "Wir werden uns mehr Gedanken zu erneuerbaren Energien in Japan machen müssen."