Noch ist die Landesgrenze für Busse auf der Bundesstraße 79 allgegenwärtig. Nach einem Vorstoß von Politikern der Linkspartei der Landkreise Harz und Wolfenbüttel im vergangenen Spätsommer stehen nun auch die Landräte beider Kreise einer länderübergreifenden Busverbindung aufgeschlossen gegenüber.

Wolfenbüttel/Hessen. "Wir stehen einer möglichen Busverbindung zwischen den Orten Mattierzoll und Hessen positiv gegenüber und werden den zuständigen Zweckverband Großraum Braunschweig bitten, die Möglichkeit zu überprüfen." Das erklärten die Landräte der benachbarten Landkreise Harz und Wolfenbüttel, Dr. Michael Ermrich und Jörg Röhmann, vergangene Woche nach einem Informationsaustausch im Wolfenbütteler Kreishaus.

Gemeinsam mit den zuständigen Führungskräften beider Verwaltungen hatten sich die beiden Landräte getroffen, um die Chancen einer Busverbindung zwischen den vier Kilometer entfernten Orten Mattierzoll (Kreis Wolfenbüttel) und Hessen (Kreis Harz) auszuloten. Dabei war man sich schnell einig: Beide Landkreise sind an einem Lückenschluss über die Ländergrenze hinweg interessiert. Da für den Öffentlichen Personennahverkehr der Zweckverband Großraum Braunschweig zuständig ist, wollen die Landräte nun an diesen herantreten, um gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten.

Ende August 2010 hatten sich in Mattierzoll und Hessen Politiker der Linkspartei aus Landtagen, Kreistagen und Stadträten getroffen, um nach einer Lösung für die Busverbindung zu suchen. Darunter auch Hessens Ortsbürgermeister Rüdiger Seetge. Er hatte schon bei den Feierlichkeiten zum 20. Jahrestag der Grenzöffnung am 12. November 2009 mit einem Schild auf das Dilemma aufmerksam gemacht. "Achtung Grenze! Der öffentliche Nahverkehr endet hier!", stand darauf seinerzeit.

Von der Busverbindung könnten Auszubildende und Berufspendler aus dem Landkreis Harz oder auch Tagestouristen aus beiden Landkreisen profitieren.

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