Die Sache an sich klingt recht profan. Es wird ein Wasserzählerschacht eingebaut. Dass das nichts Alltägliches in Badersleben ist, beweist die Anwesenheit von insgesamt 16 Fachleuten und Verantwortlichen.

Badersleben l Jürgen Brasche hat gleich doppelten Grund zur Freude. Einerseits rückt die ersehnte Verbesserung der Wasserqualität in Badersleben immer näher, andererseits ist er bei einem entscheidenden Schritt dazu sogar live dabei gewesen und hatte einen Platz in der ersten Reihe. Direkt hinter seinem Gartenzaun wurde ein Wasserzählerschacht eingebaut. Dieses Bauteil ist 48 Tonnen schwer und musste in eine vorbereitete Grube gehoben werden. Das übernahm ein extra aus Magdeburg angerückter Autokran, der bis zu 200 Tonnen heben kann. Etwa zwei Stunden sei der Kran bis nach Badersleben unterwegs gewesen, berichtete Gero Schwermer von der Firma Brand und Wangler. Insgesamt war es eine Kolonne von vier Fahrzeugen, der Kran selbst auf sechs Achsen, ein Begleitfahrzeug, ein Fahrzeug mit Ballast und die Kollegen. Ballast, das sind die Gegengewichte, die verhindern, dass der Kran kippt. Im Falle des Wasserschachtes von 48 Tonnen wird der Kran von 72,5 Tonnen Ballast aufrecht gehalten. Die Grube für den Betonschacht, der noch auf einem Tieflader ruht, war schon vorbereitet. Der Generalauftragnehmer STRATIE musste per Suchschachtung die Leitungen aufspüren. Bauleiter Frank Bachmann: "Es gibt keine Zeichnung über den genauen Verlauf der alten Wasserleitung, wir haben uns regelrecht langgetastet."

Mit dabei war auch Bernd Kolodziej vom Zweckverband Huy-Fallstein. Er erklärte, dass die Montage dieses neuen Wasserzählerschachtes an der Grenze von Badersleben ein entscheidender Schritt für die Anbindung von Badersleben an das neue Wassernetz sei. "Das neue weichere Wasser, was aus dem Hochbehälter in Dingelstedt bis hierher fließt, wird hier an dieser Stelle verteilt und weitergeleitet. Hier werden auch Druckschwankungen ausgeglichen." Der alte Hochbehälter von Badersleben werde dann außer Betrieb gehen. Wenn die Bauarbeiten weiter so voranschreiten, sei es wohl in etwa zwei Monaten so weit, dass sich Badersleben über weicheres Wasser freuen kann. "Die jetzige Wasserhärte von 28,3 wird sich dann auf 13,3 reduzieren."

In der vorbereiteten Grube befand sich bereits ein sogenannter Pumpensumpf, der sei wichtig, wenn mal etwas undicht sei. Dann ging es los, der Wasserschacht mit einer Länge von sieben und einer Breite und Höhe von jeweils drei Metern schwebte langsam in die Höhe und bis über seine Grube. Kranführer Siegfried Michaelis achtet genau auf die Handzeichen des Bauleiters und fuhr langsam nach unten. Fast wie bei einem Legostein muss die Öffnung auf der Unterseite des Schachtes genau auf den Pumpensumpf, der genau so eine Öffnung hat, passen. Nach einigen kleinen Korrekturen sah es dann gut aus. In der Grube lag mittlerweile Mario Schroeder von STRATIE bäuchlings und schob den Schacht genau an die richtige Position - geschafft. Alle waren erleichtert.

Der zweite Akt des Tages, das Aufsetzen des Revisionshäuschens, gelang wie am Schnürchen. Das war jetzt die Aufgabe der Kollegen vom Pumpwerksbau Laute, die die beiden Teile genau anpassten. Auch hier gehören Schachtbauteil auf Schachtbauteil, beispielsweise wie beim Arbeiten mit Legosteinen.

   

Bilder