Eine sportliche Tradition feiert am 3. Februar in Halberstadt ihren 50. Geburtstag: Das Turnier der Tausend. Im Vorfeld der Veranstaltung stellt die Volksstimme Beteiligte aus Gegenwart und Vergangenheit vor. Heute: Arnold Adaszewski.

Halberstadt. Arnold Adaszewski lebt für den Fußball. Der 82-Jährige gehört zu den Mitbegründern des Turniers der Tausend vor 50 Jahren. Aus Barby an der Elbe stammend verschlug es Adaszewski nach seinem Sportstudium an der Berliner Humboldt-Universität nach Halberstadt, wo er heute noch lebt. Der ambitionierte Mittelstürmer spielte eine Zeit lang für Aufbau Empor – einem Vorgänger des heutigen VfB Germania – und war später als Übungsleiter für Lok tätig. "Dadurch hatte ich bereits viele Kontakte zum Fußballverband", erinnert sich Adaszewski.

Nach seiner Zeit als Lehrer an der Friedensschule, war Adaszewski bei der Abteilung Volksbildung des Rates des Kreises tätig. In dieser Funk- tion setzte er sich zu Beginn der 1960er Jahre mit dem damaligen Leiter der Jugendkommission Fußball, Heinz Jordann, zusammen, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen: Sie wollten, dass jeder Schüler auch außerschulisch Sport treibt. "Meine Aufgabe bestand zunächst darin, sowohl die Schüler als auch die Schulen für ein Fußballturnier zu begeistern." Als nächstes galt es für Adaszewski sich um die Pokale und Urkunden zu kümmern. "Wir haben uns damals an Betriebe gewandt, die uns unterstützt haben." In den Anfangszeiten beschränkten sich die Organisatoren auf den Halberstädter Bereich. "Wir haben ganz klein angefangen", lächelt Adaszewski. Man habe sich zunächst auch bewusst an die Schüler gerichtet, die ansonsten nicht als Fußballer aktiv waren. "Beim ersten Turnier war die Teilnehmerzahl noch überschaubar. Später mussten wir dann sogar Vorentscheide ausspielen, weil nicht alle teilnehmen konnten", so der 82-Jährige.

24 Jahre lang drehte sich Jahr für Jahr bei Adaszewski alles um das Turnier der Tausend. Ende der 1980er Jahre gab er den Staffelstab weiter. Heute ist Arnold Adaszewski "nur noch Fan".

Für Arnold Adaszewski ist die Bedeutung des Turniers der Tausend heute noch genauso groß, wie vor 50 Jahren. "Wir haben das damals gemacht, um die jungen Menschen an den Sport heranzuführen. Heute gibt es doch ähnliche Probleme und es wird mit so einem Turnier versucht, die Jugendlichen von der Straße zu holen." Selbst wird er am 3. Februar aber nicht mehr dabei sein, gibt Adaszewski zu und verweist auf den Krückstock, auf den er inzwischen angewiesen ist. Aber seine Gedanken werden sich an diesem Wochenende bestimmt um "sein" Turnier drehen.