Eine Einwohnerin in Ströbeck stört sich an der Platane, die direkt neben ihrem Haus wächst. Es geht nicht nur um den Dreck, den der Baum verursacht, sondern auch um die Angst, dass ein heftiger Sturm die Platane entwurzeln könnte. In der Verwaltung sieht man keinen Grund zum Handeln.

Halberstadt/Schachdorf Ströbeck l Der Stein des Anstoßes für Ramona Eska ist aktuell geschätzte zehn Meter hoch, trägt mehrere Monate im Jahr ein Schatten spendendes Blätterkleid und hat Blütenstände, die mit wolligen Sternhärchen bedeckt sind: eine Platane. Als die Ströbeckerin vor 13 Jahren mit ihrem Mann ins Schachdorf zog, war die fünf, sechs Meter neben ihrer Toreinfahrt stehende Platane ein kleines Bäumchen. Ein gutes Dutzend Jahre später ist aus dem zarten Gewächs ein solider und noch lange nicht ausgewachsener Baum geworden. Mit allen Konsequenzen, die solch ein Baum mit sich bringt: Die Schatten spendenden Blätter verwandeln sich im Herbst in Laubberge, und die Härchen der Blüten erweisen sich beim Kehren der Straße als vergleichsweise widerspenstige Exemplare. Deshalb hat Ramona Eska nur einen Wunsch - die Platane sollte besser heute als morgen verschwinden. Auch, weil es ihr gesundheitlich mehr und mehr Probleme bereite, Laub und Blütenstände zu beseitigen.

Das Tauziehen mit den Verantwortlichen im Ortsteil sowie in der Stadtverwaltung Halberstadt währt nach den Worten der Ströbeckerin bereits seit anderthalb Jahren. Immer wieder habe sie dort nachgehakt und um das Beseitigen des Baums gebeten. "Bislang leider ohne jeden Erfolg. Dabei wäre ich bereit, sofort fünf neue Bäume als Ausgleich zu pflanzen", unterstreicht die Ströbeckerin.

Eine Offerte, der die Verantwortlichen im Rathaus gewiss offen gegenüberstehen. Allein: An der Existenz der Platane werde das nichts ändern. "Wir reden hier von einem vergleichsweise jungen und vitalen Zukunftsbaum", stellt Roswitha Hutfilz vom Stadt- und Landschaftspflegebetrieb (Stala) klar. Nicht zuletzt die von Frau Eska geäußerte Kritik - auch hinsichtlich der Standsicherheit des Baumes - seien Anlass gewesen, die Platane ganz genau unter die Lupe zu nehmen. Krankheiten oder andere Gründe, die Anlass sein könnten, über das Fällen eines Baums nachzudenken, seien nicht erkannt worden.

Dennoch seien die Stala-Mitarbeiter in der Hauptstraße in Ströbeck tätig geworden und hätten die Wurzeln der Platane teilweise freigelegt. Um Auswirkungen auf die angrenzenden Grundstücke von vornherein zu vermeiden, sei spezielles Wurzelschutzvlies verlegt worden. Auch die Befürchtung von Ramona Eska, dass die Platane bei einem Sturm gegen ihr Haus fallen könnte, hält die Mitarbeiterin der Abteilung Stadtgrün für unbegründet. "Der Baum steht solide und unter unserer sorgsamen Beobachtung."

Der Vergleich der Ströbeckerin mit anderen Bäumen, die jüngst im Stadtgebiet von Halberstadt gefällt worden seien, tauge ebensowenig. Um Bäume zu fällen, müssten gewichtige Gründe vorliegen.

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