Insgesamt 600 Schwanebecker sind dafür, dass in ihrer Stadt ein Kinderspielplatz errichtet wird. So viele Unterschriften haben Bürger der Stadt gesammelt und sie dem Stadtrat in dessen jüngster Sitzung vorgelegt.

Schwanebeck l Ein neuer Spielplatz soll in Schwanebeck gebaut werden. Das jedenfalls fordern Einwohner der Stadt. In der jüngsten Stadtratssitzung übergaben Sina und Ronny Richter sowie Dirk Müller eine Unterschriftenliste an die Räte, auf der sich 600 Bürger für den Bau eines solchen Areals starkmachen. "Ein Spielplatz wird dringend benötigt", ist Sina Richter überzeugt.

"Dieses Anliegen hat uns Eltern von kleinen Kindern zusammengeführt." Es gebe in der Stadt derzeit keinen Platz, wo sich die Kleinen unter Aufsicht einmal richtig austoben könnten. Der alte Spielplatz neben der Grundschule "Am Baumhof" sei seit etwa acht Jahren nicht mehr verfügbar. Er sei heute eingezäunt und gehöre zum Schulgelände.

Bürgermeisterin Christina Brehmer (Die Linke) bestätigt den Fakt. "Seinerzeit hielten sich dort oft Jugendliche auf, die das Gelände nicht gerade pfleglich behandelt haben", sagt sie. Es hätten oft Glassplitter herumgelegen und die Spielgeräte seien mutwillig beschädigt worden. Dem habe die Stadt dann einen Riegel vorgeschoben.

Seitdem ist Schwanebeck ohne einen Kinderspielplatz. Die Situation passt den Eltern von Kleinkindern überhaupt nicht. Deshalb machen sie sich für einen Neubau stark. "Es gibt auf dem jetzigen Schulgelände einen Spielturm, etliche Geräte und eine Rutsche", sagt Sina Richter. "Das nützt uns aber wenig." Es sei immer wieder zu beobachten, wie Eltern mit ihren Kindern durch die Stadt liefen, um einen Ort zu finden, an dem die Kleinen Beschäftigung finden könnten. Es gebe ihn in Schwanebeck aber nicht.

"Dieser Umstand hat mich dazu bewogen, Mitte Februar eine Facebook-Gruppe zu gründen, um mal via Internet das Interesse an einem Spielplatz zu erkunden", berichtet Sina Richter. "Die Resonanz war überwältigend. Innerhalb von vier Tagen hatte die Gruppe 53 Mitglieder." Daraufhin sei sie auf die Idee gekommen, in der Stadt eine Unterschriftenliste auszulegen. "Die Liste habe ich an allen nur möglichen Orten platziert. In nur drei Wochen hatten 600 Bürger ihre Zustimmung abgegeben. Das ist eine stolze Zahl", findet die Mutter.

Mit den Unterschriften in der Hand gingen vier Mitglieder der Elterninitiative in die Bürgermeister-Sprechstunde. Christina Brehmer habe ein offenes Ohr für das Anliegen gehabt ihre Besucher beraten, wie die Aktion in die richtige Richtung zu lenken sei. "Unsere Bürgermeisterin hat uns sehr geholfen", bestätigt Sina Richter. "Sie hat sich erfreut über die große Resonanz gezeigt und die Liste entgegengenommen, um sie bei der Stadtratssitzung vorzustellen (die Volksstimme berichtete)." Die Ratsmitglieder Uwe Hoffmann und Gerald Brocker (beide Linke) äußerten sich spontan zustimmend. Christina Brehmer versprach, das Projekt bei der folgenden Sitzung zur Diskussion zu stellen.

"In nur drei Wochen hatten 600 Bürger ihr Votum abgegeben. Das ist eine stolze Zahl."

Sina Richter, Schwanebeck

Die Elterninitiative hat sich inzwischen auf die Suche nach Unterstützern für einen Spielplatzneubau gemacht. "Es gibt schon eine ganze Reihe von Bürgern und Firmen aus der Stadt, die beim Bau helfen würden", versichert Sina Richter "Wir haben auch hier schon eine Liste erstellt." Die potenziellen Unterstützer seien teilweise schon so ungeduldig, dass es schon morgen auf Zuruf losgehen könne.

Auch einen Standort haben die an der Initiative beteiligten Eltern ausgespäht. "Direkt gegenüber dem Verwaltungsgebäude gibt es ein Areal, das sich vortrefflich eignen würde", erklärt Sina Richter. "Dort gab es schon mal einen Spielplatz, der von der Kindertagesstätte genutzt wurde. Bürgermeisterin Christina Brehmer bestätigt, dass es sich hier um ein Grundstück der Stadt handelt, das durchaus für diese Nutzung in Frage kommen könne.

"Ein Zaun ist auf dem Gelände dringend erforderlich", sagt Sina Müller. "Es wird von zwei Straßen begrenzt. Außerdem sollte der Spielplatz verschließbar sein, damit nicht etwa Tierkot im Sandkasten landet. Der Zutritt von unbefugten Personen könnte so auch verhindert werden."

Die Ausstattung des Platzes könne zunächst auf das Nötigste beschränkt werden, findet sie. Eine Schaukel, eine Rutsche und ein Sandkasten würden erst mal völlig genügen. Nach und nach könnte man neue Geräte dazu stellen, wenn es Spenden ermöglichten. Auch schwebe den Eltern eine naturnahe Einbindung vor. "Dort stehen viele Bäume, die man für Klettergeräte nutzen kann", teilt Richter ihre Vorstellungen mit. "Es muss ja nicht unbedingt teuer sein. Müllbehälter und Bänke für die Eltern, die das Treiben ihrer Kinder beaufsichtigen, wären wünschenswert."

Um künftiger Zweckentfremdung vorzubeugen, wolle sie einen Aufruf an die Jugendlichen starten, beim Aufbau der Geräte mitzuhelfen. "Was sie mit eigenen Händen errichtet haben, werden sie so schnell nicht beschädigen", vermutet sie.

Und: Eine große Gegnerschaft von seiten der direkten Anwohner gibt es ihrer Meinung nach nicht. "Alle sollten bedenken, dass auch sie mal klein waren und sich über einen Spielplatz sehr gefreut hätten", äußert Sina Richter abschließend.