Das neue Jahr beginnt in der Agentur für Arbeit Halberstadt mit dem letzten Monat des alten Jahres. Gestern stellte Joachim Tag, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Halberstadt, den Arbeitsmarktbericht für den Monat Dezember vor.

Halberstadt. Trotz des zeitigen Wintereinbruches kam der Arbeitsmarkt im Harzkreis nicht ins Rutschen, resümierte Joachim Tag den letzten Monat des alten Jahres. Dennoch habe es in den Unternehmen der Region spürbar weniger Aufträge gegeben und so ließen auch die Stellenangebote saisonal bedingt nach.

Die Zahl der Arbeitslosen erhöhte sich im Dezember um 603 beziehungsweise 4,9 Prozent gegenüber dem November auf 12 947. Danach gab es mehr Zugänge als Abgänge aus der Arbeitslosigkeit. 3645 Personen meldeten sich arbeitslos, 3026 verabschiedeten sich aus der Arbeitslosigkeit.

Das Positive: Im Vergleich zu 2009 sank die Zahl der Arbeitslosen jedoch deutlich um 1486 beziehungsweise 10,3 Prozent. Die Agentur für Arbeit Halberstadt zahlte für 29,6 Prozent der Frauen und Männer Arbeitslosengeld I, 70,4 Prozent der Betroffenen erhielten von den Trägern der Grundsicherung Hartz IV. Die Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, erhöhte sich leicht um 0,5 Prozent auf 10,7 Prozent (Vorjahr 11,7).

"Das ist eine erfreuliche Entwicklung, in der Dynamik drin ist"

Insgesamt habe es über das Jahr 2010 gesehen eine positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt gegeben, so der Chef der Halberstädter Arbeitsagentur. Es wurden etwa 15 Prozent mehr Stellen als im Vorjahr angeboten, und es habe auch 13 Prozent mehr Abgänge aus Arbeitslosigkeit gegeben. "Das ist eine erfreuliche Entwicklung, in der Dynamik drin ist. Trotzdem haben wir einen hohen Bestand", so Joachim Tag.

Rückläufig ist im Harzkreis die Kurzarbeit. Für 194 Personen wurde Kurzarbeit angezeigt, davon 161 aus konjunkturellen Gründen. Im Juni vergangenen Jahres bezogen noch 1567 Arbeitnehmer aus 126 Firmen Kurzarbeitergeld. Im selben Zeitraum 2009 waren es noch 3698 aus 183 Unternehmen. Die Mehrzahl kam aus Betrieben des verarbeitenden Gewerbes.

Nach wie vor entwickelt sich der Arbeitsmarkt im Harzkreis höchst unterschiedlich. Die geringste Arbeitslosenquote wies wiederum die Region Wernigerode auf, trotz eines leichten Anstiegs zum Vormonat mit 6,7 Prozent; gefolgt vom Altlandkreis Halberstadt mit 12,8 und dem Schlusslicht Quedlinburg mit 13,5 Prozent.

"In den ersten Tagen des neuen Jahres jagt eine Positivmeldung die nächste, was die Entwicklung des Arbeitsmarktes anbelangt. Wenn ich die Medien verfolge, denke ich, wir leben im Schlaraffenland", sagte gestern Joachim Tag. Er müsse jedoch ein "bisschen Wasser in den Wein kippen". Zuwächse gebe es vor allem im Dienstleistungsbereich, weniger in der Industrie. Die Betriebe würden für die kommenden Monate jedoch einen höheren Einstellungsbedarf signalisieren als noch vor einem Jahr. Insbesondere die Nachfrage durch Zeitarbeit trage gegenwärtig zu dieser Entwicklung bei. "Wir starten verhalten positiv in das neue Jahr. Eine Arbeitslosenquote von unter 11 Prozent im Dezember ist ein guter Indikator für den anhaltenden Abbau der Arbeitslosigkeit und gibt Hoffnung für eine weitere gute konjunkturelle Entwicklung 2011", so Tag.