An der Dardesheimer Stephanikirche steht nun wieder ein Gerüst. Die Arbeiten werden an der Südseite des Westwerks fortgesetzt.

Dardesheim l "Damit hat der zweite Bauabschnitt zur Instandsetzung des Westwerkes, des Querdaches und zur Sanierung des Natursteinmauerwerkes begonnen", informierte die Dardesheimer Kirchengemeinderatsvorsitzende, Heidrun Blenke.

Zu den Arbeiten gehören die Rekonstruktion des Süddaches, die Sanierung des Mauerwerkes unterhalb des Daches und die Erneuerung der beiden äußeren Fialen (spitz auslaufende Türmchen) mit der großen Kreuzblume in der Mitte. In dem Zuge werden auch die drei Schallluken an der Glockenstube erneuert.

Die beiden Steinmetze Birger Hoof und Robert Treffs aus Pretzien hatten bereits voriges Jahr ihre "Handschrift" an der Nordseite des Westwerkes hinterlassen. Fialen und Kreuzblumen wurden dabei neu gefertigt. Auch für sie ist das keine alltägliche Aufgabe.

Zunächst sind die Steinmetze nun mit dem Abnehmen und Ausbessern größerer schadhafter Steine beschäftigt. Dabei kamen bereits Schäden durch unsachgemäße Reparaturen zum Vorschein.

"Die Ausbesserungen, die früher mit Zementmörtel ausgeführt wurden, haben dem Stein nicht gut getan", berichtet Birger Hoof. "Heute wird dazu ein handangemischter, natürlicher Kalkmörtel aus Sand und Kalkhydrat verwendet - Restauriermörtel. Damit werden nur kleinere Schäden behoben. Bei größeren Schäden werden sogenannte Vierungen eingesetzt", erläuterte der Fachmann.

Es werden also nicht die ganzen Kalksteine wie von einem Maurer verputzt, sondern nur schadhafte Stellen ausgebessert. Damit bleibt der Charakter des Steines und der gesamten Kirche erhalten.

Frost, Wind und Wetter setzten den Fialen an der 1862 geweihten Stephanikirche so sehr zu, dass an diesen Türmchen allerdings einige Neuanfertigungen erforderlich sind.

Derweil hat sich Heidrun Blenke die Anerkennung der Steinmetze verdient. "Sie kümmert sich während der Reparaturarbeiten stets um alle Belange - unbürokratisch und liebevoll. Dabei scheut sie auch nicht den Aufstieg in luftige Höhe, um hier mit dem begleitenden Architekten anfallende unvorhergesehene Arbeiten neu zu besprechen", berichtete Hoof.