Der 5. Stifterabend an der Hochschule hat einmal mehr die enge Verbindung von Wissenschaft und Wirtschaft im Harz unterstrichen. Wie sinnvoll und wichtig das ist, davon berichteten eine Stipendiatin und ihre Förderer.

Wernigerode l Sie kann sich voll auf das Studium konzentrieren, ohne jobben zu müssen. Auch werden ihre Eltern finanziell entlastet. Doch mehr noch als die 300 Euro im Monat, bedeute ihr das Deutschlandstipendium "Anerkennung für Lerndisziplin, Ehrgeiz und Zielstrebigkeit." Das sagte Lena Ludmann, die sich auf dem Stifterabend der Hochschule Harz im Namen aller fünf frischgebackenen Stipendiaten bei den Förderern für die finanzielle Unterstützung bedankte.

Die 20-Jährige, im niedersächsischen Westerstede geboren, studiert im fünften Semester Tourismusmanagement. Neben der finanziellen Unterstützung, die in ihrem Fall von der Bürger GmbH gefördert wird, freue sich die angehende Akademikerin vor allem auf den Einblick in die Wirtschaftswelt der Region und die damit verbundenen neuen Erfahrungen. Vielleicht werden es solche Erfahrungen sein, von denen die ehemalige Stipendiatin Inga Hartmann auf dem Stifterabend berichtete.

Inga Hartmann studiert ebenfalls Tourismusmanagement, mittlerweile im sechsten Semester. Zu ihrem Stipendiumsprogramm gehörte ein vierwöchiges Praktikum beim Förderer, der Deutschen Kreditbank in der Niederlassung Magdeburg. Anfangs konnte sie sich nicht vorstellen, wie ein "Touri ohne Banklehre" in solch einem Unternehmen überhaupt tätig sein kann. Ihre Zweifel bestätigten sich nicht, vielmehr sei ihr die Tür in eine ganz andere Branche geöffnet worden. Das Praktikum habe ihr neue Möglichkeiten für spätere Einsatzgebiete aufgezeigt, ob bei der Erarbeitung von Businessplänen, der wirtschaftlichen Einschätzung von touristischen Konzepten oder der Besichtigung und Bewertung eines neu eröffneten Hotels, wobei ihr Letzteres als gelernte Hotelfachfrau besondere Freude bereitet habe.

Dass solch eine Zusammenarbeit für beide Seite von Erfolg gekrönt sein kann, das bestätigten der Bankdirektor Ekkehard Weiß und sein Mitarbeiter Christoph Berndt. Beide hoffen, dass Inga Hartmann sich als Absolventin in ihrem Unternehmen bewirbt. Ekkehard Weiß sicherte zu, weiter jungen Leuten auf ihrem Berufsweg eine Begleitung zu geben. Gleichzeitig motivierte der Bankdirektor Unternehmen, als Förderer in das vom Bund initiierte Stipendiumsprogramm einzusteigen.

Wie groß die enge Verzahnung der Hochschule Harz mit

der Wirtschaft ist, beeindruckte Sachsen-Anhalts Ministerpräsidenten Reiner Haseloff (CDU). Er legte bei seiner Festansprache das Redemanuskript zur Seite. Den Stiftergedanken an der Hochschule für Lehrende und Lernende und die damit einhergehende Vernetzung mit der regionalen Wirtschaft bezeichnete Haseloff als "deutschlandweit einzigartig". Lediglich an Hochschulen in Aachen und München würde man Vergleichbares finden.

Deshalb liege Haseloff am Herzen, "dass die Harzer Hochschule eine Zukunft hat". Diese sehe er trotz der Sparpolitik und unterstütze Armin Willingmann in seinem Bestreben. Der Hochschul-Rektor machte deutlich, dass alle drei Säulen der Hochschule und somit die beiden Standorte Wernigerode und Halberstadt erhalten bleiben sollen. Aufgabe sei es, die Struktur der Budgetentwicklung anzupassen.

Kritische Worte gab es auf dem 5. Stifterabend mit über 100 gelandenen Gästen nicht. Die Veranstaltung war eine rundum gelungene Werbung für die Hochschule Harz und ihre Partner. Durch das Programm führte Diana Kränzel vom Dezernat Kommunikation und Marketing, für Unterhaltung sorgten die Violinistin Julia Graeber und die Pianistin Eva-Maria Weinreich sowie die Theatergruppe der studentischen Initiative "Kulturschock" an der Hochschule. Letztere feierte übrigens Premiere auf einem Stifterabend und bot mit dem Schauspiel "Der Student" ebenso viel Gesprächsstoff beim anschließenden Beisammensein wie die Ausführungen der Festredner und Stipendiaten.