Besucherrekord auf dem Schäferhof in Langenstein. Weit über 1500 Gäste besuchen den traditionellen Ostermarkt.

Langenstein l Jung und Alt hat es am Sonnabend auf den Schäferhof nach Langenstein gezogen. Über 1500 Gäste besuchen den Ostermarkt und stellen damit einen neuen Besucherrekord auf. "Im vergangenen Jahr schneite es", erinnert sich Anja Wiese an den Ostermarkt 2013. Sie hat sich am Sonnabend über Sonnenschein und einen mit Besuchern gut gefüllten Schäferhof gefreut. Anja Wiese ist eines von den gut zwei Dutzend Mitgliedern des Merino Vereins, die über sieben Stunden vor und hinter den Kulissen sich um die Gäste gekümmert haben.

"Kaum dass wir heute morgen das Tor geöffnet hatten, war der Hof gefüllt. So blieb es den ganzen Tag über. Die einen gingen, andere kamen", freute sich Cordula von Rhade über den enormen Zuspruch. Als am Nachmittag über 1500 Karten verkauft worden waren, sprach sie von einem Besucherrekord. "Wir sind froh, dass unser Angebot so gut angenommen wird. All die Mühen bei der Vorbereitung und der Einsatz am heutigen Tag haben sich gelohnt. Die vielen zufriedenen Leute, die tolle Stimmung und das Gewimmel an den Ständen sind eine gute Motivation für alle Aktiven, die hier mit zupacken und zu diesem Erfolg beitragen."

Verkaufsstände gab es unzählige auf dem Vierseitenhof und in der Kultur- und Festscheune. Die riesige Auswahl insbesondere an Kunsthandwerk in seiner Vielfalt ließ keine Wünsche offen.

"Wir sind froh, dass unser Angebot so gut angenommen wird. All die Mühen bei der Vorbereitung und der Einsatz am heutigen Tag haben sich gelohnt."

Cordula von Rhade vom Merino Verein

"Eine so große Zahl von Anbietern wie heute hatten wir noch nicht", so Wolfram Mosel. Es sei eine gute Entscheidung gewesen, denn so könne man die Wünsche der vielen Besucher erfüllen. Dass diese an manchen Ständen Warteschlangen in Kauf nehmen mussten, störte sie nicht.

Die Tische im gemütlichen Bistro "Merinos" und rund um den Hof waren immer besetzt. Hier hatten auch Edith und Manfred Dott aus Altenbrak Platz genommen. "Ich habe nach langem mal wieder ein Wochenende frei", sagt die Krankenpflegerin, "morgen wird durch den Harz gewandert, heute genießen wir ein paar Stunden auf dem Schäferhof." Zum Genießen gehört auch ein Stück Zuckerkuchen: "Den habe ich erst im zweiten Anlauf erstanden. Ganz lecker."

Zuckerkuchen stand in der Nachfrage vor Currywurst und Osterblubberwasser. "Die Hefe geht gar nicht so schnell, wie die Leute kaufen", bemerkte Olaf Hentrich. Er schleppte die Bleche heran, die Peer Köppe in den Steinofen schob. Wenn er das duftende Gebäck herausholte und mit einer von ihm gefertigten Edelstahlschablone schnell in gleichgroße Portionen schnitt, dauerte der Verkauf der 25 Stücke keine zwei Minuten.

Stündlich wurde das große Eiersuchen ausgerufen. Karin Mosel und Cordula von Rhade versteckten dutzende Plastikeier in einem riesigen Strohhaufen, der anschließend von den Kindern erstürmt wurde. Für jedes gefundene Ei gab es im Tausch eines aus Schokolade.

Für die jüngsten Besucher war auch das Gestalten von österlichen Holzscheiben gedacht. Allerdings mussten sich hier erst einmal Väter und Großväter beim Sägen anstrengen, bevor die Kleinen das Birkenholz mit glühendem Eisen verzieren konnten. "Wir kommen jedes Jahr hierher und genießen die Atmosphäre ", verriet der Halberstädter Ditmar Schwalenberg. "Diesmal haben wir unseren Enkel Jannes aus Leipzig dabei, mit dem ich gerade beim Sägen ganz schön ins Schwitzen gekommen bin."

Schäfer Heiko Schrader, der "Herr über 1000 Schafe", hatte nur ein paar Tiere dabei und präsentierte sein vor zwei Wochen geborenes Osterlamm, das nicht nur Streicheleinheiten von den Kindern bekam.

Bevor Wolfram Mosel die Gewinner des Osterquiz bekannt gab, erzählte er noch von einem heidnischem Osterbrauch, der in Langenstein gepflegt wird. Demnach ziehen am Ostersonntag vor Sonnenaufgang Frauen schweigend zu einer Quelle und füllen dort die mitgebrachten Gefäße. Zuhause wird das Osterwasser in Flaschen umgefüllt. Erst in der Küche beim Kaffee zum Osterzopf darf wieder gesprochen werden. "Wir haben ein paar Jahrgänge von den Wässerchen im Keller liegen, alle noch genießbar", verrät er.

Am Osterquiz beteiligten sich 200 Besucher. Allerdings kamen nur rund 30 in die Auslosung. Denn während drei Frühlingsblumen von allen genannt wurden, fielen die Antworten auf die neun Fragen nicht immer richtig aus. Als Glücksfee zog Joline aus Quedlinburg die drei Gewinner. Ingrid Mokroß, eine gebürtige Langensteinerin, die heute in Berlin lebt, gewann den Hauptpreis, ein Schaffell. Zwei Karten für das Sommerklassikkonzert bekam Lucas Schneider und ein Lamm als Kuscheltier der Langensteiner Detlef Jeschke.