Nach Abschluss der Osterwiecker Himmelsscheibenausstellung lud Bürgermeisterin Ingeborg Wagenführ (Buko) noch einmal Ehrenamtliche und Gönner ins Rathaus ein, um ihnen Dankeschön zu sagen.

Osterwieck l Sechs Monate bis Ende März war die Wanderausstellung des Landesmuseums für Vorgeschichte in Osterwieck zu Gast. 3205 Besucher zählte sie in der Zeit. Etwa 80 Prozent kamen aus Niedersachsen, einzelne Gäste sogar aus Norwegen, USA, Italien, Frankreich und Holland.

Dass sich die Stadt diese Schau finanziell überhaupt leisten konnte, hatte sie der Harzsparkasse zu verdanken. Vorstandsvorsitzender Werner Reinhardt erinnerte dabei an seinen "Lehrmeister" bei der Sparkasse, den Osterwiecker Ehrenbürger Willy Hahn, der auch ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger war. "Wenn die Himmelsscheibe bei Osterwieck gewesen wäre, hätte Willy Hahn sie gefunden."

Reinhardt betonte, dass die Sparkasse keinen Aktionären, sondern dem Gemeinwohl verpflichtet sei. "Das leben wir." Über eine Million Euro habe die Harzsparkasse vergangenes Jahr so zurück an die Kundschaft gegeben. Mit relativ kleinen Beträgen habe man vielerorts Großes bewirken können. Als Beispiel stehe dafür die Himmelsscheibenausstellung.

Nach Osterwieck gekommen war die Schau durch Vermittlung der Archäologin Alexandra Runschke, die aus der Ilsestadt stammt. Sie hatte hier an Projekten gearbeitet sowie eine Vortragsreihe zur Archäologie ins Leben gerufen. Bürgermeisterin Wagenführ bezeichnete es anfangs selbst als "verrückte Idee", die Ausstellung herzuholen. "Es war mutig, aber es ist etwas geworden, weil so viele mitgemacht haben." So betreuten Julia Proft, Liselotte Thiele und Peter Hell die Schau ehrenamtlich mit. Die Geschichtstudentin Proft, eine Absolventin des Fallstein-Gymnasiums, ist dadurch sogar motiviert worden, sich in ihrer Studienstadt Magdeburg für einen Job als Gästeführerin in einer Gedenkstätte zu bewerben. Liselotte Thiele, Rentnerin aus Wolfenbüttel und in Osterwieck seit langem in Vereinen engagiert, las sich alles Wissenswerte über die Himmelsscheibe an. Von ihren Führungen äußerte sich manch Besucher beeindruckt.

Mit 3205 Besuchern blieb die Zahl zwar etwas unter den Erwartungen. Alexandra Runschke erinnerte aber daran, dass die Zeit auch in den Wintermonaten lag. Da hätten alle Museen eine Durststrecke. Nicht wie erhofft haben die Schulen die Ausstellung genutzt. Dabei habe es spezielle Führungen für Lehrer gegeben, und allen Schulen im Umkreis von 50 Kilometern seien Informationsmappen zugeschickt worden. Lobend erwähnt wurde aber die Grundschule Bühne, die einen Wandertag in die Ausstellung veranstaltete.

Was bleibt? "Der Bekanntheitsgrad Osterwiecks ist gestiegen", ist Ellen Söllig, Gastronomin und Vorsitzende des Kulturlandvereins, überzeugt. In ihrem Restaurant sei zum Beispiel ein Menü zur Himmelsscheibe kreiert, im "Kaffee Mitte" spezielles Gebäck angeboten worden. "Jeder hat sich einen Kopf gemacht." Das wirke immer noch nach. Und Werner Reinhardt bot schon mal die Unterstützung der Harzsparkasse an, sollte die Stadt wieder etwas Ähnliches vorhaben.