Das Flurneuordnungsverfahren Bühne-Suderode geht ins fünfte Jahr. Auch 2011 werden rings um Bühne wieder Feldwege ausgebaut. Alle Vorhaben werden mit 90 Prozent der Kosten gefördert.

Bühne/Rimbeck/Hoppenstedt/Suderode. Zwei Feldwege stehen für 2011 im Bauprogramm der Teilnehmer- gemeinschaft, die sich aus den über 200 Ackereigentümern im 1200 Hektar großen Verfahrensgebiet zusammensetzt. Wie Vorsitzender Manfred Hundertmark berichtete, handelt es sich zum einen um den 800 Meter langen Dombecksfeldweg. Er verbindet südlich von Bühne die beiden Feldwege, die nach Suderode führen. Der andere neue Weg führt parallel der alten Bahnlinie von Bühne nach Rimbeck und ist 450 Meter lang. "Wir wollen versuchen, den landwirtschaftlichen Verkehr aus den Orten zu holen", erklärte Hundertmark, auch wenn das wohl nicht in jedem Fall möglich sein wird. Aber wenn künftig Rübentransporte von Bühne zur Zuckerfabrik Schladen erfolgen, könnten die Fahrzeuge bis auf eine kleine Ecke in Rimbeck Ortschaften meiden.

Durch das Flurneuordnungsverfahren kann 2011 auch ein Schandfleck in Bühne beseitigt werden. Die Anfang der 1950er Jahre gebaute Rinderstallanlage der LPG Tierproduktion am südlichen Ortsrand war nach der Wende zu einer Müllablade verkommen. Die Teilnehmergemeinschaft gab ihre Zustimmung, dass der neue Eigentümer, ein Biobauer aus Wülperode, Fördermittel für den Abriss der zwei Ställe, des Melkhauses und weiterer Nebengebäude erhält. "Dafür gibt es auch ein kommunales Interesse", erklärte Manfred Hundertmark. Der Fördermittelbescheid des Amtes für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF) Mitte sei in Aussicht gestellt.

"Wir wollen versuchen, den landwirtschaftlichen Verkehr aus den Orten zu holen"

Bis 2013 soll das Flurneuordnungsverfahren laufen. Noch viel vor hat die Teilnehmergemeinschaft in dieser Zeit. Sieben Feldwege stehen noch im Plan, zwei davon im Kleinen Fallstein, um nach dem Wegfall der Stilllegungsflächen auch dort eine Bewirtschaftung zu ermöglichen.

Ein Politikum ist seit Langem der Weg von Bühne zum südlich gelegenen Kieswerk. Das Kieswerk habe sich, wie Hundertmark berichtete, in einem Gespräch mit Vertretern von Landkreis, Stadt und Teilnehmergemeinschaft verpflichtet, bis Ende 2011 eine neue Zufahrtsstraße zu bauen. Diese soll auf die Kreisstraße Suderode-Lüttgenrode führen.

Danach könnte sich die Teilnehmergemeinschaft dem teilweisen Ausbau des jetzigen Weges zum Kiesweg widmen.

Etwa zwei Drittel des geplanten finanziellen Budgets sind bisher verbaut worden. Kalkuliert sind in diesem Verfahren als Eigenanteil der Ackereigentümer 150 Euro je Hektar. Einbezogen ist dabei auch der Aufwand für die Neuordnung der Ackerflächen. Einfach gesagt: Wer als Eigentümer einzelne Äcker an mehreren Stellen hat, dem werden diese zu einer Fläche zusammengelegt. Wobei es sich in der Praxis nicht so einfach darstellt, weil dabei auch die Bodenqualität berücksichtigt werden muss. Und es wird am Ende unterm Strich wegen des Wegebaus etwas weniger Ackerfläche als vorher übrig bleiben. Manfred Hundertmark berichtete, dass das ALFF jetzt einen Planentwurf als Diskussionsgrundlage erarbeitet habe.

Auch die Einheitsgemeinde Stadt Osterwieck ist vom Flurneuordnungsverfahren berührt. Die Teilnehmergemeinschaft hat mehrere touristische Maßnahmen in ihr Programm aufgenommen, wofür die Stadt aber die Eigenmittel aufbringen müsste. "Wir sind dabei aber noch nicht so weit wie wir wollten", sagte Hundertmark.

So wird an einen Parkplatz in Hoppenstedt für Besucher des Kleinen Fallsteins mit den Adonisröschen oder dem Kalksteinbruch gedacht. Vorher aber müsste die Stadt noch das dafür vorgesehene frühere Bahnhofsgelände von der Bahn erwerben.

Weitere touristische Pläne sind ein Weg auf dem Ilsedamm zwischen Bühne und Rimbeck, ein Weg als Lückenschluss nach Hornburg sowie zahlreiche Beschilderungen, Sitzbänke und Schutzhütten. An touristischen Ausgaben sind immerhin 300 000 Euro geplant.

Zum Ende des Flurneuordnungsverfahrens sind noch Begrünungen vorgesehen, blickte Manfred Hundertmark voraus. Diese sollen aber nicht neben den Feldwegen entstehen, weil sich zeigte, dass diese oft in die Wege hineinwachsen. Stattdessen sollen kompakte Flächen bepflanzt werden, was auch für das Wild besser wäre.

Eine der letzten Maßnahmen wird das Anlegen von Feldzufahrten sein. Jeder Ackereigentümer soll eine Zufahrt zu seiner Fläche erhalten.

Abgeschlossen ist indes die Ortslagenregulierung in Bühne, Rimbeck, Hoppenstedt und Suderode. Die Berichtigung der Grundbucheintragungen sei jedoch bisher erst teilweise erfolgt. Wann diese abgeschlossen ist, könne Hundertmark nicht sagen.