Schüler aus Böhnshausen und Gernrode haben gemeinsam eine Aktion auf dem Gelände der Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge initiiert. Zur Veranstaltung anlässlich des 69. Jahrestages der Befreiung des Todeslagers ist das Projekt aufgeführt worden.

Langenstein l In diesem Jahr haben Schüler am Sonntag in Langenstein-Zwieberge eine Gedenkaktion zum Thema "Wege im Lager" gestaltet (Volksstimme berichtete). Hanka Rosenkranz ist als Vorsitzende des Fördervereins und Lehrerin an der Sekundarschule in Gernrode stolz auf ihre aktiven Schüler.

Seit Februar wurde gemeinsam mit Schülern der Berufsschule in Langenstein-Böhnshausen fleißig für das Projekt geprobt. "Die Jugendlichen erleben die Geschichte und ihr Leben jetzt viel bewusster", schätzte die Lehrerin ein.

Anhand von Auszügen aus Aufzeichnungen ehemaliger Häftlinge aus Polen, Italien und Frankreich gingen sie auf die katastrophalen Zustände in dem Todeslager ein. Dabei ging es immer wieder um die Worte Appellplatz, Latrinen, Baracken und schwere Arbeit.

Im Rahmen der Installation spannten die Schüler schmale weiße Bänder als Transparente mit wichtigen Auszügen über den Platz. Sie symbolisieren Plätze im Lager, die den Alltag der Häftlinge entscheidend prägten. Auch in den nächsten Wochen dürften die darauf gedruckten Zeilen noch zu lesen sein.

"Die Besucher sollen die persönlichen Worte einmal nachlesen können", erläuterte Hanka Rosenkranz. Zum Schluss gab es viel Beifall von den Kundgebungsteilnehmern. Die Schüler begleiteten anschließend ehemalige Häftlinge und deren Angehörige zur Kundgebung an den Massengräbern. Jonas Böhler von der Berufsschule in Böhnshausen führte die Ehefrau von Louis Bertrand an der Spitze des Zuges und sprach mit ihr über ihre persönliche Erinnerungen.