Ein Projekt von kreativen Halberstädtern soll im Herbst moderne Kunst in die Stadt holen. Geplant ist eine abwechslungsreiche Biennale - auch an öffentlichen Orten.

Halberstadt l "Es wächst", sagt Ilka Leukefeld sichtlich zufrieden. Sie bezieht sich mit dieser Einschätzung auf ein Projekt, das seit vorigem Jahr im Entstehen ist und im Herbst der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll. Sein Name: MKH.

MKH steht für "Monat_Kunst_Halberstadt". Mit diesem Projekt will eine Gruppe kreativer Menschen die Kunst- und Kulturlandschaft der Kreisstadt mit neuen Facetten bereichern und vor allem moderne Kunst stärker in der Stadt verankern. Die Akteure sind keine Neulinge in diesem Metier und haben sich längst einen Namen in der Kunstszene gemacht: Ilka Leukefeld, Rebekka Prell, Klaus Herre, Kay Lautenbach und Matthias Ramme.

Um ihr Projekt besser organisieren und vermarkten zu können, haben sie einen Verein gegründet, an dessen Spitze Ilka Leukefeld steht. Sie hat genaue Vorstellungen, wie die Halberstädter Kunstszene und die Kunstmetropole London ideenreich miteinander verbunden werden können. Alle zwei Jahre soll in Halberstadt eine Biennale zeitgenössischer Kunst mit wechselnden Kuratoren stattfinden, blickt Leukefeld voraus.

"Der Name ,Zeitgenössische Menagerie visueller Philosoph_innen` gibt die Linie vor."

Ilka Leukefeld,

Kuratorin der ersten MKH

Die erste MKH ist im Herbst geplant und soll vom 6.September bis zum 5.Oktober 2014 stattfinden. Sie wird von Ilka Leukefeld als Kuratorin geleitet. Ilka Leukefeld hat auch der ersten Auflage der "Monat_Kunst_Halberstadt"-Biennale ihren Namen gegeben: "Zeitgenössische Menagerie visueller Philosoph_innen".

"Das gibt die Linie vor, an der ich mich bei der Auswahl und Gestaltung orientieren werde. Aktuelle Positionen, die durch ihre Aussagekraft überzeugen", definiert Leukefeld ihr künstlerisches Credo. Einen Monat lang werde Halberstadt unübersehbar von Kunst geprägt sein, so der Anspruch der Vereinsmitglieder an sich selbst. Geplant seien in einem Zeitraum von 31Tagen zehn Ausstellungen internationaler Künstler, acht Performances und Lesungen.

Rebekka Prell zeichnet als zweiter Vereinsvorstand für das Organisieren der Ausstellungen verantwortlich. Die Idee dabei: Ausstellungs- beziehungsweise Veranstaltungsorte sind über das gesamte Stadtgebiet verteilt. Leerstehende Gebäude und Schaufenster sowie öffentliche Stadträume sollen mit temporären Projekten belebt und aufgewertet werden.

"Raum und Kunst machen sich gegenseitig wahrnehmbar."

Rebekka Prell, verantwortlich

für die Ausstellungsorganisation

"Raum und Kunst machen sich gegenseitig wahrnehmbar", erläutert Rebekka Prell die Idee. "Die verfügbaren Räume geben in ihrer Unterschiedlichkeit die Möglichkeit, Kunst sehr verschieden zu interpretieren. Und auch umgekehrt interpretiert und präsentiert jede Arbeit den Raum, in dem sie stattfindet", so Prell.

Über die Stationen der temporären Ausstellung zeitgenössischer Kunst in Halberstadt werde ein Wegweiser informieren, der zugleich auch Angaben über die beteiligten Künstlern enthält. Erste Kontakte zu interessierten Künstlern seien bereits geknüpft. Wer im Herbst beim Auftakt seine künstlerische Handschrift in Halberstadt vorstellen wird, ist bislang aber ein gut gehütetes Geheimnis.

Die Dimension der Ausstellung und damit die Zahl der teilnehmenden Künstler hänge, so Leukefeld, de facto von der Höhe der Sponsorengelder ab. Allerdings plane man, im Mai die Namen der beteiligten Künstler bekanntzugeben.

Unterstützt werde das Projekt vom Kulturbüro der Halberstädter Stadtverwaltung, der Halberstädter Wohnungsgesellschaft, der Halberstädter Verkehrs GmbH und weiteren ortsansässigen Firmen und Persönlichkeiten. Fördergeldanträge für die MKH seien bei der Kunststiftung Sachsen-Anhalt, der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Harzsparkasse gestellt.

Weitere Informationen unter: www.mkh-biennale.de