Mit einjähriger Verspätung beginnt die Sanierung der Dombergstützmauer im Bereich Grudenberg/Katzenplan in Halberstadt. Das wertvolle Bauwerk befindet sich in einem desolaten Zustand.

Von Jörg Endries

Halberstadt l Große Sandsteinquader haben sich in der Vergangenheit bereits aus der Dombergstützmauer am Grudenberg gelöst und sind auf den unterhalb gelegenen Parkplatz gepoltert. Dass es keine Verletzten oder Sachschäden gegeben hat, ist ein glücklicher Zufall.

Wildwachsende Bäume haben in den zurückliegenden Jahrzehnten ihre Wurzeln in das Bauwerk geschoben und dabei einige Steinblöcke aus der Mauer gedrückt. "Wir müssen dringend etwas unternehmen und diesen Prozess stoppen", warnte im vergangenen Jahr Jörg Wolansky vom Fachbereich Stadtentwicklung. Insgesamt 120 000 Euro stehen für die Arbeiten zur Verfügung. 96 000 Euro davon sind Fördermittel aus dem Programm städtebaulicher Denkmalschutz. Den Rest (24 000 Euro) zahlt die Stadt Halberstadt aus eigener Kasse, bestätigt Projektverantwortlicher Manfred Lazar.

Die Bäume wurden bereits gefällt. Das Wurzelwerk wird erst unter Aufsicht der Baufachleute entfernt, damit die Mauer nicht noch stärker beschädigt wird. Etwa zwei Monate sollen die Bauarbeiten dauern. In dieser Zeit werden unter anderem die beschädigten Steine gegen neue ausgetauscht und die Mauerkrone erneuert.

Das Projekt zur Rettung des historisch wertvollen und unter Denkmalschutz stehenden Bauwerks musste um ein Jahr verschoben werden, weil im Sommer 2013 der Domplatz über mehrere Wochen nur über den Katzenplan zu erreichen war, erinnert Manfred Lazar.

Mit Beginn der Mauersanierung werden der Katzenplan und der Parkplatz am Grudenberg ab 28. April für den Straßenverkehr gesperrt. Der Fußgängerverkehr ist vom Bauvorhaben nicht betroffen, es wird ein Durchgang eingerichtet. "Zeitgleich erfolgt der Abtransport der Erdmassen am westlichen Domberg, um mit der Freilegung des Mauerfußes das Schadensbild des Sandsteines beurteilen zu können", sagt Manfred Lazar. Die Bauarbeiten dauern voraussichtlich bis zum 27. Juni.

Die Dombergstützmauer ist in den zurückliegenden 30 Jahren in mehreren Abschnitten saniert worden: Teile des Lichtengrabens in den 1980er Jahren, vom Tränketor bis Klein Venedig 1991, 2001 der Lichtengraben bis zum Hohen Weg und 2012 flossen 40 000 Euro in den Düsterngraben/Ecke Lichtengraben.