Halberstadt (sc) l Es war eine der ersten ganz großen Spendenaktionen von Halberstädtern für ihre Stadt nach der Wende. Die Dachsanierung der Martinikirche und die Instandsetzung der teils maroden Außenmauern der Martinikirche gelang in den 1990er Jahren nur, weil viele Halberstädter sich an der Spendensammlung beteiligten. "Wir helfen Martini - das ist Halberstadt" lautete damals der Slogan. Und den möchte das Kuratorium Stadtkultur nun wieder aufleben lassen.

Zwar sind Dach, Turmhauben und Außenmauern wieder in Ordnung gebracht worden, doch nun bedarf das Innere der großen Bürgerkirche der Hilfe der Halberstädter. "Für einen ersten Bauabschnitt haben wir die Zusage, dass uns Lotto-Toto unterstützt", berichtete Ulrich Schäffner während der Mitgliederversammlung des Kuratoriums am Dienstagabend. Vorgesehen ist, das Hauptschiff einer ersten Sanierung zu unterziehen. "Das heißt, der lose Putz an den Bögen und Wänden wird erneuert und das Gewölbe in Ordnung gebracht. Das wird rund 195 000 Euro kosten", ergänzte Karl Heinz Melzer. Beide engagieren sich in der Arbeitsgruppe Martini, die in enger Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirchengemeinde Halberstadt auch an einem Nutzungskonzept für die gotische Hallenkirche arbeitet.

Die Martinikirche, Ausgangspunkt der Wende-Demonstrationen 1989 in Halberstadt, ist ein wichtiges Wahrzeichen der Stadt. "Im Innenraum ist viel zu tun. Die Seitenschiffe, der Hohe Chor, der Fußboden - auch die müssen erneuert beziehungsweise saniert werden, wofür wir Geld benötigen", so Melzer.