Das neue Theaterstück im Burchardikloster Halberstadt will provozieren, mehr als das Vorgängerprojekt. Und das hatte es immerhin in die Fernsehsendung "Stern TV" geschafft. Auch diesmal wollen Jugendliche zeigen, wie sie sich persönlich entwickelt haben.

Halberstadt l "Es lohnt sich. Die Dummschwätzer werden es ertragen", ist sich Dirk Michelmann, Eigenbetriebsleiter des kommunalen Jobcenters KoBa Harz nach dem Negativbericht im Fernsehen sicher. "Ich würde es immer wieder tun." Schließlich lag die Erfolgsquote beim ersten JobAct-Projekt 2013 bei 80 Prozent. Von den 15 Teilnehmern fanden fünf eine Arbeit, fünf starteten eine Ausbildung und zwei engagieren sich im Bundesfreiwilligendienst.

"Die Arbeit hat Mut gemacht."

Mandy Köth, Projektteilnehmerin

Deshalb folgt in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit dem AWZ Aus- und Weiterbildungszentrum und der Projektfabrik ein weiteres Theatervorhaben. 17 junge Leute proben seit fünf Monaten die griechische Komödie "Lysistrata". Mit welcher Begeisterung und neuen Ideen die Gruppe dabei ist, demonstrierten die Teilnehmer bei der Pressekonferenz. Mit ausgewählten Texten auf den Lippen ging es vom vorgefahrenen Cabriolet direkt auf die Tische der Gäste.

"War es denn nicht schwer, Texte aus dem alten Griechenland zu lernen und im Chor vorzutragen?" Die Gruppe hat sich das Stück selbst ausgesucht. Regisseur Sebastian Schachtschneider wollte das neue Team auf ein anderes Vorhaben lenken, doch die Mehrheit fand das Thema von Aristophanes spannender.

Mandy Köth spielt die Lysistrata. Sie schreibt privat Gedichte. Ihr fiel es nicht schwer. "Die Arbeit hat Mut gemacht", berichtete die alleinerziehende Mutter. Sie ist bester Hoffnung, in Kürze eine Arbeit mit familienfreundlichen Zeiten zu bekommen.

"Die Gruppendynamik hat geholfen, besser zu lernen", ist sich Janine Kämper sicher. Christoph Kahmann hat bisher drei Ausbildungen abgebrochen. Jetzt freut er sich auf die Arbeit als medizinischer Bademeister und Masseur, auf mehr Kontakt zu vielen Menschen. Auch andere Teilnehmer strahlen Optimismus aus. Man sei jetzt viel selbstbewusster, könne sich anders verhalten oder kann dank der Unterstützung aus dem AWZ eine bessere Bewerbung schreiben.

Die Zuschauer können sich am 8. und 9. Mai ab 19 Uhr auf eine engagierte, moderne Aufführung auf dem Gelände des Burchardiklosters freuen. Das klassische Stück thematisiert den Kampf einiger Frauen gegen die Männer als Verursacher von Krieg und den damit verbundenen Leiden. Getragen von dieser Erkenntnis verschwören sich die Frauen Athens und Spartas, um Frieden zu erzwingen. Sie hoffen unter Führung der Titelheldin Lysistrata durch den Liebesentzug gegenüber ihren Männern Erfolg zu haben.

Auf Erfolg bei der Praktika-Suche und beruflichem Fortkommen hoffen auch Susanne Bolda und Jasmin Wagner vom AWZ-Bewerbungsmanagement. Sie suchen noch Betriebe für die nächste, viermonatige Projektphase. Bei den Theateraufführungen wird der Zuschauer selbstbewusste Laienkünstler erleben, die sich hoffentlich auch im Beruf bewähren können.