Die Halberstädterin Kristina Schulz hat als Austauschschülerin zehn Monate in den USA gelebt. Das dort Erlebte hat sie so beeindruckt, dass sie zehn jungen Thailändern Ähnliches in Deutschland ermöglichen möchte. Dafür benötigt die Schülerin dringend die Unterstützung von zehn Harzer Gastfamilien im August.

Halberstadt l Ihr Jahr als Austauschschülerin hat Kristina Schulz so sehr geprägt, dass sich die 18-Jährige jetzt an die Halberstädter mit der Bitte wendet, zehn Thailändern ebenso einprägende Erlebnisse im Harz zu ermöglichen.

Als Austauschschülerin lebte sie von September 2012 bis Juni 2013 im rund 7500Kilometer entfernten Tennessee. Ihre Eltern und die zwei Geschwister waren daheim in Halberstadt. "Ich war für fast ein Jahr ein Einzelkind", erinnert sich Kristina Schulz an ihren USA-Aufenthalt. Sie war zwar allein, aber nicht einsam. Denn, von der Aufgeschlossenheit und Herzlichkeit der Menschen in Nordamerikas Südosten ist sie noch immer überwältigt. Da dort in Tennessee viele Amerikaner leben, die als Soldaten in Deutschland stationiert waren, traf die Halberstädterin Menschen, die Europa und sogar Deutschland kannten. "Aber nicht Sachsen-Anhalt", sagt die Schülerin am Martineum und lacht.

Fast ein Jahr lang in einem fremden Land und bei fremden Menschen zu leben, das bedeutete für Kristina Schulz anfangs eine große Überwindung. Sie habe lernen müssen, auf Menschen zuzugehen, sich öfter auch überwinden müssen, etwas Neues zu tun, berichtet sie. Ihr großer Wunsch ist, dass junge Thailänder im August ebenso etwas Neues, etwas Außergewöhnliches erleben können - bei Gastfamilien, die in Halberstadt und Umgebung zuhause sind.

Kristina Schulz: "Die zehn Thailänder sind zwischen 15 und 18Jahre alt. Sie nehmen vom 8.bis 30.August an einem Orientierungs- und Sprachkurs teil, der die Asiaten auf ihren einjährigen Aufenthalt als Austauschschüler in Deutschland vorbereiten soll."

Bislang hat die 18-jährige Gymnasiastin die Zusage einer Gastfamilie. Nun hofft sie, auf diesem Wege kurzfristig weitere gastfreundliche Harzer zu finden, die die Idee der Begegnung von Jugendlichen aus verschiedenen Kulturkreisen tatkräftig unterstützen. Dazu gehöre, so Schulz, dass den Thailändern ein Zimmer angeboten werde, in dem sie während der knapp drei Wochen im August wohnen können.

Das Zubereiten von Frühstück und Abendbrot gehöre ebenso zu den Pflichten der Gastgeber. "Wenn die Familien ein wenig Englisch sprechen können, wäre das hilfreich." Aber nicht zwingend notwendig, "mit Händen und Füßen klappt es doch irgendwie immer", zeigt sich die Organisatorin zuversichtlich.

Betreuung organisiert "Youth for Understanding"

Alle übrigen Kosten des Halberstadt-Aufenthalts der zehn Thailänder trage die gemeinnützige Organisation "Youth for Understanding", die ebenso die Krankenversicherung der asiatischen Schüler übernehme und deren weitere Betreuung; notfalls fungiert sie auch als Ansprechpartner für die Harzer Gastgeber.

Wieso engagiert sich Kristina Schulz nach ihrem Amerika-Jahr für einen Thailand-Schüleraustausch? Die Gymnasiastin: "Ich habe dort auch eine ganz nette Thailänderin kennengelernt. Und als mich `Youth for Understanding` gefragt hat, ob ich diesen Jugendaustausch in Halberstadt unterstützen möchte, habe ich zugesagt."

weitere Informationen: Kristina Schulz, Telefon (0157) 56181412, E-Mail an Kristina.Schulz96gmx.de