Ein ölverseuchter Wassertümpel mitten in Halberstadt sorgt für Aufsehen (Volksstimme berichtete). Ein besorgter Halberstädter alarmiert das Umweltamt der Harzer Kreisverwaltung über den Umweltfrevel. Dessen Chef, Torsten Sinnecker, veranlasst daraufhin umgehend die Beräumung der illegalen Müllkippe.

Halberstadt l Die Nachricht von illegal in der Natur entsorgtem Öl in Halberstadt hat alle Alarmglocken im Umweltamt der Kreisverwaltung schrill läuten lassen. In null Komma nichts rückt eine Spezialfirma an und reinigt das Areal. Das Dreckloch zu Füßen einer alten Baustoffdeponie zwischen der Bergstraße und der OdF-Straße in Halberstadt ist mittlerweile verschwunden.

"Die von uns beauftragte Firma hat das Öl und den illegal entsorgten Müll beseitigt. Es ist alles wieder in Ordnung", gibt Umweltamtschef Torsten Sinnecker auf Volksstimme-Nachfrage Entwarnung. Der Eigentümer des Geländes, auf dem sich die illegale Deponie befunden hat, ist angeschrieben worden. Der Adressat in Indien wird wohl alles andere als erfreut über die Post aus Deutschland sein. Denn die Kosten für die Entsorgung des Mülls in Höhe von etwa 11 000 Euro muss der Eigentümer des Geländes tragen.

Rückblende: Vor drei Wochen verständigt ein Halberstädter das Umweltamt der Harzer Kreisverwaltung und die Volksstimme über die illegale Müllkippe. Amtschef Torsten Sinnecker setzt alle Hebel in Bewegung, um die Müllkippe zu beräumen und den Schaden für die Umwelt so klein wie möglich zu halten. Bauchtief waten die Mitarbeiter einer Spezialfirma in wasserdichten Hosen in der schwarzen Brühe des Tümpels durch ein Gemisch aus Wasser und Altöl. Auf der Oberfläche schwimmen alte Kanister, Kraftstofftanks und Plastiktonnen. Aus dem Wasser werden Ölfässer, Elektrokabel, Einkaufswagen und anderer Schrott geborgen - über alles zieht sich eine stinkende schwarze Schicht. Kurze Zeit später fährt ein Spezialfahrzeug vor und pumpt das Wasser-Öl-Gemisch und den kontaminierten Schlamm ab. Ungeklärt ist, seit wann im Tümpel Substanz und Unrat entsorgt wurden und wer dahinter steckt.

Ein besorgter Halberstädter (Name ist der Redaktion bekannt) berichtet der Volksstimme, dass es bereits Anfang der 1990er Jahre zu Füßen der alten Baustoffdeponie einen ölverseuchten Tümpel gegeben habe. Aus diesem Grund habe er damals Pläne aufgegeben, dort eine Pkw-Werkstatt zu eröffnen. Nach seinen Informationen sei die ehemalige Baustoffdeponie oberhalb des Wasserlochs ein Quellgebiet. Er vermutet, dass das Öl aus Fässern stammt, die in den 1980er Jahren mit dem Bauschutt dort illegal entsorgt wurden. Mittlerweile seien die Behälter so stark verrostet, dass Wasser die Chemikalie aus der alten Deponie ausspült.

Diese Sorgen kann Torsten Sinnecker nicht teilen. Die Deponie sei kein Quellgebiet. In der alten Tongrube gebe es eine wasserdurchlässige Schicht. Das Nass wird über ein Leitungssystem entsorgt, so Sinnecker. Nach der Beräumung des Gewässers sei das Wasser untersucht worden. Torsten Sinnecker: "Das Wasser ist sauber. Es gibt bisher keinen Hinweis darauf, dass in der Deponie Ölfässer entsorgt worden sind beziehungsweise Öl mit dem Wasser aus der Deponie gespült wird."

Das Verfahren sei mit der Beräumung noch lange nicht abgeschlossen. Die Deponie wird überwacht. Das trifft auch auf das dort anfallende Wasser zu, betont Torsten Sinnecker.