Personalkosten sind mit Abstand der größte Brocken in einem kommunalen Haushalt. Die Osterwiecker Stadtverwaltung will die Vorgaben des Landes zu den Mitarbeiterzahlen weit unterbieten.

Stadt Osterwieck l Die Verwaltungsstruktur im Rathaus soll neu organisiert werden. Dabei besteht das Ziel, fünf Vollzeitstellen einzusparen. Die Zahl aller Vollzeitstellen soll von derzeit 35,92 auf 30,75 ab 2015 fixiert werden. Umzusetzen ist dieses Ziel schrittweise bis spätestens 2018. Dann scheiden die Stelleninhaber aus, die Stellen werden nicht wieder besetzt.

Der Stadtrat hatte bereits im vergangenen Jahr ein externes kommunales Studieninstitut aus Magdeburg mit einer Organisationsuntersuchung beauftragt. Zum einen für den Bauhof, zum anderen für die Verwaltung im Rathaus.

Für das Rathaus wurde festgestellt, dass durch Optimierung von Arbeitsabläufen, Änderungen im Stellenplan einschließlich Neubewertung sowie Straffung der Aufgaben die Mitarbeiterzahl reduziert werden könnte. Einsparpotenzial: jährlich 220 000 Euro. Dazu sei es notwendig, die Ämterstruktur zu verändern. Statt jetzt vier Ämter solle es künftig nur noch zwei geben: die Fachbereiche Innere Verwaltung und Finanzen sowie Bauen und Ordnung. Bauhof und Wirtschaftsförderung unterstehen der Bürgermeisterin direkt.

Nach Einschätzung der Stadtverwaltung lässt sich die Neuorganisation nur erreichen, wenn das "Deutsche Haus" als Gebäude mit genutzt wird. Das Haus wird derzeit zum Rathaus umgebaut. Im Erdgeschoss soll ein zentrales Bürgerbüro eingerichtet werden. Außerdem soll das Gebäudemanagement der Stadt völlig neu organisiert werden.

Unmittelbar vor der Stadtratssitzung am Donnerstag hatten die Abgeordneten intern noch eine halbe Stunde mit dem Magdeburger Studieninstitut beraten. In öffentlicher Sitzung gab es wohl auch deshalb danach bei der Beschlussfassung nur noch wenig Gesprächsbedarf.

Bürgermeisterin Ingeborg Wagenführ (Buko) erläuterte, dass Ende 2104 zwei Mitarbeiterinnen in den Ruhestand gehen und diese Stellen nicht wieder besetzt werden. "Mehr kann das Team nicht leisten", betonte sie zur neuen Struktur.

Hauptamtsleiter Manfred Riecher stellte vor den Abgeordneten klar, dass die Umsetzung der Organisationsuntersuchung in der Hoheit der Bürgermeisterin und nicht in der des Stadtrates liege. Der Stadtrat nutze sein Recht, indem er jährlich mit dem Haushalt den Stellenplan beschließe.

Das Land hat vorgegeben, dass das Rathauspersonal höchstens drei Mitarbeiter je 1000 Einwohner haben darf. Angesichts der letzten amtlichen Bevölkerungszahl Ende 2012 von 11 538 hat die Verwaltung aktuell eine Quote von 3,11 Mitarbeitern, nach der Umorganisation wären es 2,66.

Der Beschluss wurde ohne Gegenstimme gefasst.