Halberstadt (dku) l Neue Wege sind die Organisatoren der diesjährigen Veranstaltung zum 1. Mai gegangen. Erstmals hat der DGB statt auf dem Holzmarkt nun auf das Freigelände des Gästehauses Spiegelsberge eingeladen. "Die Kulisse hier ist viel schöner", stellt Oberbürgermeister Andreas Henke (Linke) bei der Begrüßung fest.

Von dem ursprünglichen Anliegen des 1. Mai sei noch eine Menge übrig geblieben, so Henke. Auch die Kommunalpolitik müsse ihren Beitrag dazu leisten, über die Infrastruktur und die Förderung der Wirtschaft für mehr Arbeit zu sorgen. Noch steige die Armutsquote in Deutschland. Für seine Forderung in Sachen Mindestlohn und Mindestrente gab es viel Beifall.

Gewerkschaftssekretär Reiner Straubing stellte fest: "Die Würde des arbeitenden Menschen wird mit Füßen getreten!" Es sei ein Erfolg der Gewerkschaften und ihrer Mitglieder, dass der Mindestlohn jetzt kommt. "Ausnahmen lehnen wir ab", betonte Straubing.

Bis Ende Mai laufen noch die Betriebsratswahlen. "Die Mitglieder leisten einen Beitrag zu mehr Gerechtigkeit in den Betrieben", hob der DGB-Verantwortliche hervor. Zu den Zielen der Gewerkschaften gehöre die gleiche Bezahlung für Leiharbeiter wie für das Stammpersonal. Auch in Sachen Gleichstellung von Frauen und Männern sei noch einiges zu tun. Schließlich müsse der Tarifflucht mancher Unternehmen begegnet werden. Reiner Straubing rief dazu auf, sich am 28. Juni als Antwort auf das geplante Neonazikonzert in Nienhagen dem Straßenfest der Bürgerinitiative oder der Versammlung des DGB anzuschließen. Außerdem schlug er vor, einen Ort der Erinnerung an den Halberstädter Helmut Sackers zu schaffen, der sich mit Zivilcourage einem Neonazi entgegengestellt hatte und dies mit seinem Leben bezahlen musste.

Den Reden zum 1. Mai folgte ein buntes Kulturprogramm, hauptsächlich für Kinder. Mit dem sonnigen Wetter stieg die Besucherzahl, so dass der Parkplatz überfüllt war.