129 Namen stehen auf dem Stimmzettel für die Stadtratswahl. Diesen, sowie den für die Kreistagswahl, die Europawahl und die Neuwahl der Ortschaftsräte kann ab heute im Ratssaal ausfüllen oder sich zuschicken lassen, wer am 25. Mai nicht ins Wahllokal kommen kann.

Halberstadt l Es sind stattliche Papierformate - entweder sehr lang (Europawahl) oder sehr groß. Stimmzettel in A2- und A3-Formate werden in den Wahlkabinen auszubreiten sein, wenn am 25. Mai gewählt wird.

In der Stadtverwaltung sind die Vorbereitungen auf den Wahltag fast abgeschlossen. Die Wahlbenachrichtigungskarten für die Europawahl und die für die Kommunalwahlen sind von den beauftragten Druckereien an die Post gegeben und allen Wahlberechtigten zugeschickt worden. "Wer keine Benachrichtigungskarte erhalten hat, kann sich mit uns Verbindung setzen", sagt Dieter Krone. Der Chef der Abteilung Wahlen/Gemeindeangelegenheiten ist froh, dass sein kleines Team Verstärkung durch zwei Praktikanten von der Hochschule Harz und zwei Auszubildende erfährt, denn in Wahlzeiten geht es hoch her. "Allein die Briefwahl erfordert viel Zeit. Denn, wenn wir die Wahlunterlagen zuschicken, muss alles stimmen."

Die Bürger, die ihre Wahlunterlagen schon jetzt anfordern, wohnen manchmal auch im Ausland - die Briefe gehen dann per Luftpost an den Empfänger. "Zur Oberbürgermeister-Wahl hatten wir Post dabei, die bis in die USA geschickt wurde", berichtet Krone.

Ab heute haben drei von Krones Mitarbeitern ihren Arbeitsplatz im Ratssaal, denn dort wurde das Briefwahllokal eingerichtet. Und angesichts der großen Stimmzettel mit den vielen Namen braucht es einige Zeit und Platz, um seine Kreuze zu machen. "Der kleine Sitzungssaal, wo wir sonst das Briefwahllokal eingerichtet hatten, ist einfach zu klein, zumal sich im Mai ja auch viele Menschen trauen, sich trauen zu lassen. Da würden wir uns mit den wartenden Brautpaaren vielleicht ins Gehege kommen. Um das zu vermeiden, ist diesmal der Ratssaal Wahllokal", erläutert der erfahrene Verwaltungsmann. Immerhin organisiert er schon seit 1993 die Wahlen innerhalb des Stadtgebietes. Er arbeitet zurzeit auch seinen Nachfolger ein - Thomas Fahldieck wird nach dem Ausscheiden Krones im Sommer dieses Jahres Leiter der Wahlabteilung. In die Funktion des Stadtwahlleiters wird man hingegen vom Stadtrat berufen. "Beides muss nicht in Personalunion erfolgen", sagt Krone und verweist auf Timo Günther, der in der Rechtsabteilung der Stadt tätig ist und zum stellvertretenden Stadtwahlleiter berufen wurde.

Im Ratssaal kann man ab heute 9 Uhr und dann zu den Öffnungszeiten des Bürgerbüros seine Wahlunterlagen erhalten und auch gleich ausfüllen, wenn man sie nicht schriftlich anfordert.

Um den Wählern den Umgang mit den recht unhandlichen Stimmzetteln etwas zu erleichtern, hat die Stadt einen Teil der Stimmzettel vorfalzen lassen, sodass sie sich leichter zusammenfalten lassen, um schließlich in die Umschläge zu passen. Dabei gilt: beigefarbenen Stimmzettel in den kleinen blauen Umschlag, dann diesen Umschlag mit dem Wahlschein in das nur wenig größere rote Kuvert. Jedenfalls bei der Europawahl gilt diese Farbfolge. Der Stimmzettel für die Kreistagswahl ist grün, der für die Stadtratswahl gelb. Immer gilt: Stimmzettel allein in einen Umschlag, dann erst diesen samt Wahlschein als amtliches Dokument in den zweiten Umschlag. So bleibt die Anonymität der Wahl gewährleistet.