Bad Suderode (dl) l Im Quedlinburger Rathaus sind die Verantwortlich entschlossen, vom Verkauf des Kurzentrums in Bad Suderode an die Pro Habitare Projektentwicklungs-AG zurückzutreten. Nachdem am Montag der Insolvenzantrag gegen Pro Habitare bekannt geworden war, informierten Oberbürgermeister Eberhard Brecht (SPD) und dessen Vize Wolfgang Scheller am Dienstag über die geplanten Schritte. Anfang kommender Woche sollen Ortschafts- und Stadtrat den Rücktritt vom Vertrag beschließen.

Kommt das Votum zustande, werde der Rücktritt gegenüber Pro Habitare und dem Berliner Insolvenzverwalter erklärt, kündigte Justiziar Scheller an. Danach favorisieren Brecht und Scheller neue Verhandlungen mit jenen zwei Interessenten, die im ersten Verkaufsverfahren mitgeboten hatten und dann abgesprungen waren. Möglicherweise müsste das Verfahren aber komplett neu aufgerollt werden - samt euroweiter Ausschreibung.

Obendrein bleiben auch bei einem Rücktrittsvotum im Stadtrat viele Unwägbarkeiten. So ist unklar, ob Pro Habitare einen Rücktritt widerspruchslos hinnehmen würde. Brecht und Scheller gehen aber davon aus, dass angesichts des drohenden Insolvenzverfahrens auch der Verwalter daran interessiert sein dürfte, Forderungen von mindestens 1,6 Millionen rasch vom Tisch zu bekommen. Pro Habitare soll für das Kurzentrum eine Million Euro zahlen und weitere rund 600 000 Euro für Abfindungen. Von Pro Habitare war am Dienstag keine Stellungnahme zu bekommen.

Der Bad Suderöder Ortsbürgermeister Gert Sauer (FDP), unter dessen Federführung der Verkauf an Pro Habitare Ende 2013 zustande kam, signalisierte bereits Zustimmung zum Rücktritt: "Wenn bis zum Montagnachmittag nichts kommt vom Käufer, rechne ich mit einer Mehrheit zum Rücktritt im Ortsrat." Zudem will er ein Stadtratsvotum nicht mit einem erneuten Abstimmung hinterfragen.