Mit einem Tag der offenen Tür stellte sich die Sekundarschule "Thomas Mann" Dardesheim am Sonnabend der Öffentlichkeit vor – vor allem den künftigen Fünftklässler und ihren Eltern, die in nächster Zeit über die weitere Schullaufbahn entscheiden müssen.

Dardesheim. Der Einzugsbereich der Sekundarschule Dardesheim ist riesig. Aus über 30 Orten aller Himmelsrichtungen strömen die 410 Schüler morgens per Bus in das Städtchen. Es gibt heute nur noch fünf Sekundarschulen im Altkreis Halberstadt und mit Schwanebeck und Dardesheim nur zwei auf dem Land. Zum Vergleich: Vor zwei Jahrzehnten gab es allein im heutigen Osterwiecker Stadtgebiet vier solcher Schulen.

Von vier Grundschulen kommen die Mädchen und Jungen im nächsten Schuljahr nach Dardesheim: Badersleben, Bühne, Hessen und Osterwieck. Nach bisher drei Eltern- abenden (Hessen fehlt noch), auf dem sich die Sekundarschule und das Fallstein-Gymnasium vorstellten, schätzt Rektorin Helga Hirth, dass etwa die Hälfte der jetzigen Viertklässler im nächsten Jahr nach Dardesheim kommt. Werden es mindestens 57 Kinder, so könne wieder drei Klassen eingerichtet werden. Derzeit ist die Schule durchgängig dreizügig, in jedem Schuljahrgang gibt es also drei Klassen.

Lernen in den einzelnen Jahrgängen jetzt auch schon einige Förderschüler, so werden ab August acht bis zehn erwartet, die derzeit bereits gemeinsam in der Grundschule Hessen unterrichtet werden. "Das wird für uns eine Herausforderung", sagte Helga Hirth. Unterstützung erhält das Dardesheimer Kollegium von Förderschullehrern, die hier spezielle Stunden geben.

Beim Tag der offenen Tür gab die Thomas-Mann-Schule ein buntes Bild ihrer Angebote ab. Am Eingang nahmen Schülerlotsen aus den 7. bis 10. Klassen die Besucher in Empfang und begleiteten sie auf Wunsch bei Rundgängen.

Zahlreiche Fachunterrichtsräume einschließlich der unmittelbar angrenzenden Sporthalle standen offen und hielten Mitmach-Angebote vor. Ein Renner war dabei die Encaustic-Malerei. Mit einem Bügeleisen werden dabei Farben aufgetragen, wobei das Ergebnis eine gewisse Überraschung in sich birgt.

Der Computerraum offenbarte die moderne Technik, die in der Schule installiert ist und von Christoph Klinke erläutert wurde. 22 Computerplätze hat allein dieser eine von zwei Räumen. Die Arbeitsplätze sind über einen zentralen Schulserver vernetzt. Dank Funktechnik können in jedem Unterrichtsraum Laptops samt Beamer genutzt werden. Die Computerräume werden im Prinzip für alle Fächer genutzt – und sind daher voll ausgelastet.

Die Dardesheimer Schule hat sich für zwei Profile entschieden. Zum einen ist sie gesundheitsfördernde Schule und in dem Zuge zum Beispiel rauchfrei. Zum anderen engagiert sie sich als Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage. Trotzdem, wenn 410 Schüler zusammen sind, bleiben Probleme nicht aus. In Dardesheim gibt es nicht nur eine Schulsozialarbeiterin, sondern es engagieren sich neun Schüler auch als Streitschlichter. Angeleitet werden diese Mediatoren von Lehrerin Ina Schmidt. Gibt es Zoff zwischen zwei Schülern, so versuchen diesen in einer Sitzung – meist in einer großen Pause – zwei Mediatoren in Gesprächen zu schlichten. Und das oft mit Erfolg.

Beim Tag der offenen Tür stellte sich auch der noch jungen Schulförderverein vor. Elke Fuhrmeister, Nadine Mühe und Bernd Fuhrmeister waren dazu vor Ort gekommen. Außerdem lagen in der Aula für die Besucher die Jahresbände der Schulchronik aus. Darum kümmert sich Heidrun Weiß.

Es waren nicht nur die künftigen Viertklässler, die mit ihren Eltern die Schule besichtigten. Christopher Olfe aus Wülperode begleitete zwar aus diesem Anlass seine kleine Cousine, er wollte sich aber vor allem mal wieder seine alte Wirkungsstätte anschauen, die er vor eineinhalb Jahren nach der zehnten Klasse verließ. Er hat gute Erinnerungen an die Schule. Jetzt lernt er Krankenpfleger und hat sein Ziel, Notarzt zu werden, damit nicht aus den Augen verloren.

Charlot und Annalena Weißer aus Hoppenstedt besuchen bereits die Dardesheimer Schule in der 5. bzw. 6. Klasse. Aber sie sollten ihrer Mutter Regina unbedingt die Schule zeigen. Tochter Cassy, die die 10. Klasse hier schon absolviert hat, kam ebenfalls mit.

Die Besucher konnten erfahren, welche Vielfalt es an Arbeitsgemeinschaften gibt. Insgesamt 16 Angebote, von zwei Umwelt-AGs, bis zu mehreren sportlichen und künstlerischen Möglichkeiten.

Auch einen Partner aus der Wirtschaft hat die Sekundarschule. Das ist der Dardesheimer Windpark Druiberg. Dieser Kooperationsvertrag wird mit Leben erfüllt. Vor den Sommerferien ist in der Arena auf dem Druiberg ein Tag des Windes vorgesehen.

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