Schweißer sind gefragte Mitarbeiter in der Befer GmbH. Hier werden nicht nur Betonfertigteile gegossen, sondern auch Trägersysteme für den Tunnelbau entwickelt. Die kommen weltweit zum Einsatz.

Halberstadt l Rund eine Viertelmillion Euro hat die Befer GmbH im vergangenen Jahr in den Kauf zwei neuer Krananlagen investiert. Die modernen Laufkatzen können größere Gewichte an den Haken nehmen. "Das ist wichtig, um im Wettbewerb mithalten zu können", sagt Benjamin Geller. Der promovierte Bergbauexperte ist seit 2003 geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens, das aus dem Betonwerk Halberstadt hervorging.

In neue Krananlagen wird fast jedes Jahr investiert. Immerhin sind fünf Hallen zu bestücken, in denen Filigranbetondecken, gewundene Treppen, riesige Fundamentstützen oder aktuell gerade Fahrstuhlelemente und Balkonteile entstehen. "Wir profitieren gerade von den umfangreichen Gebäudesanierungen der großen Wohnungsunternehmen in Halberstadt", sagt der hochgewachsene Firmenchef, als er Kollegen über das weitläufige Firmengelände führt. Bei ihm sind 30 Werksleiter aus ganz Deutschland zu Gast.

Ein- bis zweimal im Jahr treffe sich die Arbeitsgruppe, die zum Verband Deutscher Betonfertigteilbau gehört, berichtet Geller. Meist sind diese Werksleitertreffen mit dem Besuch eines der Unternehmen verbunden. Nun also ist Halberstadt Gastgeber.

Beim Rundgang über das Firmengelände wird erkennbar, warum das mittelständische Unternehmen im hart umkämpften Markt besteht. Es kann schnell reagieren und auch Betonelemente anfertigen, die zwar aufwändig sind, aber nur in geringer Stückzahl benötigt werden. "Wir sind flexibel und haben da unsere Nischen gefunden. Mit Massenproduktion könnten wir nicht mithalten", sagt der Firmenchef und fügt an, dass das Unternehmen auch drei eigenen Montage-Kolonnen beschäftigt.

Rund 5000 Tonnen Stahl und 5000 bis 6000 Kubikmeter Beton werden im Jahr verbaut, 20 000 Quadratmeter Decken entstehen auf den halbautomatischen Fertigungslinien. In anderen Hallen entstehen Treppen, werden Formen für spezielle Anforderungen gebaut. Und einige Standardbauelemente wie Winkel stehen auf Vorrat auf dem Gelände.

Der Beton wird von der Nachbarfirma gekauft, die wiederum den von Befer geförderten Kies verwendet. "Das Mischen des Betons lohnt sich nicht mehr extra. Und da sich eine Cemex-Niederlassung auf unserem Gelände befindet, ist es logistisch kein Problem, die benötigten Betonarten und Mengen zu bekommen, erklärt Geller.

Für das Kieswerk hat das Unternehmen in diesem Jahr eine Schwertwäsche angeschafft, um hochreinen Kies zu gewinnen. "Wenn zuviel Lehm und Fremdstoffe im Kies sind, beeinflusst das die Qualität des Betons negativ", so Geller.

Froh ist der Unternehmer, dass die Pantex Gitterträger für den konventionellen Tunnelbau gut nachgefragt sind. Weltweit komme das von zahlreichen Patenten gesicherte Stahlträgersystem zum Einsatz.

"Stolz bin ich auf mein Team", sagt Geller. Ohne das Fachwissen seiner Leute und deren Einsatzbereitschaft könnte das Unternehmen nicht bestehen. Um so wichtiger ist ihm die Nachwuchsgewinnung. Doch da, so Geller, sehe es oft mau aus. "Aber in diesem Jahr haben wir endlich wieder einen Lehrling."