Der Weltstar an der Gitarre, Al Di Meola, Jazz-Pianist Mario Parmisano, Schlagzeuger Peter Kaszas und das junge Cello-Wunder Tina Guo gaben zwei Clubkonzerte im Osterwiecker E-Werk.

Osterwieck l Al Di Meolas neues Programm "Beatles and more" ist seine ganz persönliche Verehrung dieser Pop-Größen. In den berühmten Abbey-Road-Studios in London, wo die "Fab Four", wie die vier Beatles genannt wurden, ihre Schallplatten eingespielt hatten, nahm Al Di Meola von Mai 2012 bis Februar 2013 die 14 Titel seiner CD auf, die viele Welterfolge der Band wieder aufleben lässt.

Bei seinem Konzert im Dezember 2012 hatte Al Di Meola versprochen, mit diesem neuen Programm auch wieder nach Osterwieck zu kommen - zu gut hatte es ihm hier gefallen. "I love to play in these small Clubs", sagte der Musikstar, der sonst eher in den ganz großen Hallen für Tausende von Gästen spielt. Er mag aber diesen engen Kontakt mit seinen Fans, diese kleinen Kommentare, Geschichten und Gags, die er mit seiner sonoren Bass-Stimme zwischendurch immer wieder zum Besten gibt, Szenenapplaus, Pfiffe, Rufe als direkte Rückmeldung, wenn etwas besonders mitreißt. Und mitreißend waren die beiden, fast zweistündigen Clubkonzerte wirklich.

Das unvergleichbare Spiel dieses Magiers auf der Gitarre, seine Anschlagtechnik, seine Kreativität, die Lust an Improvisationen und sein wahnsinniges Spieltempo begeistern.

Auf dem Programm standen neben den Beatles-Adaptionen alte und neue Kompositionen des kreativen Musikers, aber auch seine berühmte Tango-Interpretation von Astor Piazolas "Café 1930". Bei diesem Kult-Titel genügten die ersten drei Töne, um die Zuhörer zum Toben zu bringen.

Der charismatische Gitarrist aus den USA hatte mit dem Argentinier Mario Parmisano (Klavier, Keyboard) einen bewährten Jazz-Musiker mitgebracht, der mit dem Schlagzeuger Peter Kaszas aus Ungarn die richtige Ergänzung zur meisterlich gespielten Gitarre darstellte. Eine besondere Note erhielt das Konzert durch den aktuellen Star der Cello-Szene, Tina Guo aus Los Angeles, die sich zum ersten Mal auf das Abenteuer "Jazz in Concert" eingelassen und einige wenige Konzerte mit Al Di Meola gespielt hat.

"Es war eine riesige Herausforderung für mich, einige Konzerte mit dieser Gitarrenlegende zu spielen. Ich bin ja eigentlich in der Klassik zu Hause. Dies hier ist etwas ganz anderes, macht mir aber einen Riesenspaß", sagte die Künstlerin nach dem Konzert, die schon in vielen Konzertsälen weltweit gespielt hat und sich mit einem Electric-Cello sogar an Heavy-Metal-Musikprojekte gewagt hat. Ihre Präzision, ihre irrwitzig schnellen Läufe und Glissandi sowie ihre Kraft und eine unglaubliche Präsenz begeisterten die Konzertbesucher im E-Werk.

Eric Altunjan, der Betreiber des Osterwiecker "Kulturtempels", war ebenfalls fasziniert, auch wenn der Kartenverkauf diesmal weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben war. "Wir waren begeistert von der Musik und dem tollen Publikum. Wir freuen uns, dass so berühmte Musiker in unseren kleinen Club kommen. Diesmal waren sogar Al Di Meolas Produzenten aus Kanada und der Europa-Manager aus Frankreich mitgekommen, um unser Haus kennenzulernen und auch ein Video aufzunehmen."