Quedlinburg (im) l Mit der Sonderausstellung "Der Klang der Frauen" wird die Quedlinburger Stiftskirche vom 1. Juni bis zum 24. August zum Ort mittelalterlicher Musik.

Zur feierlichen Eröffnung laden die Domschätze Halberstadt und Quedlinburg für morgen um 17 Uhr alle Interessierten zu Wort und Klang an diesen besonderen Ort an.

Mit seinem Vortrag "... und sie lauschte nur noch gottgefälligen, den Evangelien und anderen heiligen Schriften entnommenen Gesängen" stimmt Dr. Christoph Winterer von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz auf das Thema ein. Er konzipierte die Exposition und führt im Anschluss durch die Schau.

Gesang und Musik prägten das geistliche Leben des hochadeligen Frauenstifts im Mittelalter und gaben Tag und Jahr Rhythmus und Struktur. Was bereits vor 1000 Jahren und für viele Jahrhunderte beinahe täglich in der Stiftskirche zu hören war, erschließt sich für heutige Besucher nicht mehr. Das wird sich laut Veranstalter mit dieser Sonderausstellung ändern. Es werden nicht nur die täglichen Gesänge, Gebete und Lesungen vorgestellt, sondern auch die Welt, in die das Kanonissenstift eingebettet war.

Höhepunkt ist das Quedlinburger Antiphonar aus dem 11. Jahrhundert, das heute in Berlin aufbewahrt wird und für wenige Wochen an seinen historischen Ort, die Stiftskirche, zurückkehrt. Es ist eine der frühesten vollständig erhaltenen Musikhandschriften einer geistlichen Gemeinschaft. Die originale Handschrift ist nicht nur zu betrachten, sondern auch zu hören. Zwei Gesänge aus dem Antiphonar wurden vertont und erklingen täglich über Hörstationen in der Stiftskirche.

Die Eröffnung gehört zu den Feierlichkeiten anlässlich des 20jährigen Jubiläums der Verleihung des UNESCO-Welterbestatus an Quedlinburg.