Die letzte Kriegsruine am Domplatz ist verschwunden. Mit einem kleinen Festakt wurde die äußerlich komplett sanierte Stolbergsche Kurie der Öffentlichkeit vorgestellt.

Halberstadt l "Einen wirklich herzlichen Dank an die Stadt. Allein hätten wir das nicht schultern können", sagte Boje E. Hans Schmuhl. "Und ich hoffe, dass die Stadt uns auch weiter im Rahmen des Städtebaulichen Denkmalschutzes unterstützt. Zu tun gibt es genug." Der Generaldirektor der Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt wandte sich als letzter Redner an die geladenen Gäste, die sich im Erdgeschoss des Hauses Domplatz 33 versammelt hatten, um das barocke Gebäude wieder in Besitz zu nehmen.

Während sich das Innere des Hauses im Rohbauzustand befindet, präsentiert sich die Hülle komplett saniert. Ein Fakt, der 460 000 Euro gekostet hat. Die Stadt schoss 180 000 Euro aus der Städtebauförderung zu, die Stiftung zahlte 280 000 Euro. Damit ist die letzte Kriegsruine auf dem Domberg verschwunden und die kleine platzartige Erweiterung an dieser Stelle wieder ein ansehnliches Fleckchen Stadt geworden.

Das 1945 von Bomben getroffene Haus weise noch immer Ausbeulungen auf. Dass es gelungen sei, diese bei der Sanierung zu erhalten und trotzdem ein sehr tragfähiges Obergeschoss im Gebäude zu haben, sei das Verdienst des Teams von Dombaumeister Dr. Volker Lind und dessen Team vom Institut für Sanierung, sagte Rainer Schöne. Der Architekt hatte sich bereits 1967 mit dem Gebäude befasst, damals noch als Student. Und wegen dieser studentischen Arbeit sei er letztlich in Halberstadt gelandet. Was er nie bereut habe, betonte Schöne, der nach der Wende Baudezernent der Stadt war.

Das Haus, in dessen Erdgeschoss die Domstiftung einen kleinen Depotraum nutzt, bietet Platz für weitere Nutzer. Ursprünglich war geplant, dass im Obergeschoss das Kirchenmusikalische Seminar Halberstadt als Mieter einzieht. Doch da die Landeskirche die Schließung des Seminars bevorzugte, wisse man noch nicht, wer das Obergeschoss künftig nutzt.

Das Stadtpalais hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Den Namen Alte Schmiede erhielt es erst in den 1960er Jahren, als die Dombauhütte der Paul Schuster KG hier eine Werkstatt einrichtete, um die Meißel und anderen Steinmetzwerkzeuge zu schärfen.

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