Auf den Tag genau vor 30 Jahren ist auf dem Streckennetz der Harzer Schmalspurbahnen eine Lücke geschlossen worden. Mit einer Sonderfahrt wurde dieses Ereignis am gestrigen Dienstag gewürdigt. Mit dabei waren Volksstimme-Leser, Bahnerbauer und Ehrengäste.

Stiege l Die Waggons samt der kleinen Dampflok sind mit bunten Wimpelketten geschmückt, die rund 200 Fahrgäste, viele gekleidet wie in den 1980er Jahren, sind bestens gelaunt, die Sonne scheint. Der Sonderzug, mit Ehrengästen und den Volksstimme-Lesern, die die Tickets gewonnen haben, an Bord, schnauft von Quedlinburg nach Stiege und wieder zurück. Es ist eine Jubiläumstour an diesem 3. Juni.

Auf den Tag genau vor 30 Jahren fuhr erstmals seit 1946 wieder ein Personenzug von Straßberg nach Stiege, mit genau der Dampflok 99 6001, Baujahr 1939. "Es war eine weise Entscheidung", sagt Matthias Wagener, Geschäftsführer der Harzer Schmalspurbahnen GmbH (HSB). Denn mit dem quasi Neuaufbau des rund 14 Kilometer langen und 38 Jahre lang brachliegenden Streckenabschnitts ist die Lücke im HSB-Netz geschlossen worden. "Somit kann heutzutage Eisenbahnromantik pur auf insgesamt 140,4 Kilometern erlebt werden", betont Wagener.

"Die HSB hat das geschafft, was für Politiker nicht selbstverständlich ist. Sie verbindet den Harz und somit die Länder Sachsen-Anhalt, Thüringen und Niedersachsen", sagt Nordhausens Landrätin Brigitte Keller während der kleinen Feierstunde auf dem Bahnhof in Stiege. Dort werden die Mitreisenden während des eineinhalbstündigen Aufenthalts mit Essen und Trinken versorgt und vom "Herman`s Dixie-Express" unterhalten. Zu sehen und zu fotografieren gibt es viel.

Das gilt besonders für Alfred Bode. Für den Magdeburger ist die Sonderfahrt ein Wiedersehen nach 30 Jahren. "Mensch, was haben wir hier geschuftet, aber auch so manchen Geburtstag gefeiert", sagt der 79-Jährige, der damals als Vermessungsingenieur direkt an der Neuverlegung der Schmalspurgleise im Selketal beteiligt war. Noch heute sei er stolz auf diesen Meilenstein.

   

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