Das Ameos-Klinikum Halberstadt will einen dritten Anbau an das 1994 entstandene zentrale Funktionsgebäude. Ziel ist die Verbesserung der Betreuungsbedingungen für das Frau-Mutter-Kind-Zentrum. Der Bau soll 29 Millionen Euro kosten.

Halberstadt l Das Halberstädter Krankenhaus stößt an seine Grenzen. Deshalb soll angebaut werden. Dafür ist das Klinikum auf Fördermittel des Landes angewiesen. CDU-Landtagsabgeordnete Frauke Weiß lud deshalb Sozialminister Norbert Bischoff (SPD) zu einem Rundgang und zur Diskussion über die Pläne ein.

"Wir haben das Klinikum 2004 in seiner Talsohle mit einem Defizit von fünf Millionen Euro übernommen", erinnerte Marina Martini, Vorstandsmitglied des Ameos-Gruppe. Seitdem wurden über 48 Millionen Euro investiert, neue Abteilungen gegründet, erweitert oder modernisiert. Davon sollte sich der Minister bei einem Rundgang durch die Radiologie, das Herzkatheterlabor und die großen Bettenhäuser überzeugen.

"Wir haben schon viele Pläne gemacht", berichtete Chefarzt Dr. Cornelius Presch in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin. Dort werden heute operierte Kinder aus allen Fachabteilungen betreut. Auch die Eltern wollen oft mit untergebracht werden. "Wir kommen an unsere Grenzen."

Der Kreißsaal befindet sich im ältesten Gebäude des 1833 gegründeten Krankenhauses. Patienten, die zur HNO-Behandlung wollen, müssen an dessen Tür vorbei. Das findet nicht nur Frauenklinik-Chefarzt Dr. Matthias Schmidt nicht mehr zeitgemäß. "Damit sind wir in der Region nicht mehr konkurrenzfähig und es gab schon einige Beschwerden", räumte er ein. Der Kreißsaal sei aber eine Eingangspforte für das gesamte Klinikum. Das beweisen die stets gut besuchten Informationsveranstaltungen, besonders nach der Schließung der Geburtshilfe in Oschersleben-Neindorf. Rund zwei Drittel der Schwangeren aus dieser Region kommen jetzt nach Halberstadt.

Krankenhausdirektorin Christiane Kuhne stellte die vom Groß Quenstedter Architekturbüro Heinz und Jörg Gardzella erarbeiteten Neubaupläne näher vor. So sollen die Frauenklinik sowie die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin moderne Räume erhalten. "Wir richten uns aber auf den demografischen Faktor ein und bauen die Bettenzahl insgesamt um 33 auf dann 420 ab", kündigte sie an.

Die Hälfte des Neubaus wird für Funktionsbereiche wie Labor und Pathologie genutzt. Einige Altbauten können dann abgerissen werden, darunter auch das frühere Wöchnerinnenheim. Damit erhalten die Patienten auf dem Gelände eine neue Parkanlage und für künftige Nutzungen entstehen Reserveflächen. Das älteste Gebäude, das Klostergebäude, soll jedoch stehen bleiben.

Zur Vergabe der Fördermittel des Landes konnte sich der Minister noch nicht äußern. Zunächst müsse das Problem der Universitätskliniken geklärt werden. Im Herbst soll das Investitionsprogramm stehen. Die Krankenhäuser im ländlichen Raum würden für die Grundversorgung gebraucht, Kooperationen seien aber auch hier nötig. Das bekräftigte der Ärztliche Direktor, Prof. Klaus Begall. Gute Beispiele gebe es bei der Zusammenarbeit mit der Strahlenklinik Wernigerode, der Hautklinik in Quedlinburg und dem eigenen HNO-Bereich.

Frauke Weiß, Mitglied im Beirat des Klinikums, forderte die Gleichbehandlung bei der Investitionsförderung mit den kommunalen Kliniken in Quedlinburg und Wernigerode. Die Förderung der Uni-Kliniken dürfe nicht zu Lasten des ländlichen Raumes gehen. Die Ameos-Gruppe investiere nachhaltig in ihre Standorte mit dem Ziel einer langfristigen Wirtschaftlichkeit. Das habe man nicht nur in Halberstadt bewiesen, betonte Vorstandsmitglied Marina Martini. "Wir brauchen aber die Unterstützung des Landes.