Gute Nachrichten aus dem WAZ Ilsetal. Die Abwassergebühr sinkt ab diesem Jahr um acht Cent auf 3,65 Euro je Kubikmeter. Dieser Betrag soll für drei Jahre stabil bleiben. Der Trinkwasserpreis wird nicht erhöht.

Stadt Osterwieck. Eigentlich sollte die Geschichte des WAZ Ilsetal jetzt schon so gut wie abgeschlossen sein. Doch da der Stadtrat 2010 nach den Vetos des WAZ Huy-Fallstein und der Harzer Kommunalaufsicht nicht – wie ursprünglich beabsichtigt – einen Beschluss über die zukünftige Rechtsform des Verbandes treffen konnte, muss der Verband sozusagen in die Verlängerung. "Wider Erwarten", so formulierte es Verbandsgeschäftsführer Holger Ballhausen am Dienstagabend in der Verbandsversammlung, "musste daher nochmal ein Wirtschaftsplan für den WAZ aufgestellt werden". Er wurde ebenso einstimmig beschlossen wie die neue Abwassergebühr, die erstmals für einen Zeitraum von drei Jahren kalkuliert ist. Damit wolle man Gebührensprünge von Jahr zu Jahr vermeiden, erklärte Ballhausen. Er gehe davon aus, dass nach Ablauf der drei Jahre diese Gebühr mindestens gehalten werden könne. Tendenziell sprach er sogar von einer weiteren Senkung. Und das, obwohl der Verband weitere Rücklagen aufbaue, wie er betonte.

Die Gebührensenkung beim Abwasser kommt keineswegs überraschend. Das Klärwerk Osterwieck ist – auch durch Abwasser aus den Nachbarverbänden Holtemme und Huy-Fallstein – gut ausgelastet.

Überraschend ist schon eher, dass der Trinkwasserpreis entgegen anderslautenden Voraussagen dieses Jahr (noch) nicht steigt und somit bei 1,91 Euro je Kubikmeter bleibt. Tendenziell, so Ballhausen, werde es aber nach oben gehen. Denn der Bezug des Harzer Fernwassers beinhalte eine Preisgleitklausel. Qualität und Sicherheit seien dafür aber gewährleistet, betonte der Verbandschef. Mit der alten Wassergewinnung aus dem Brunnen in Rimbeck hätte es beim aktuellen Ilse-Hochwasser möglicherweise wieder Nitratprobleme gegeben.

Für Investitionen will der WAZ Ilsetal dieses Jahr über eine halbe Million Euro Kredit aufnehmen.

Schwerpunkt dabei ist die Sanierung der Schulzenstraße in Osterwieck. Im Zuge des Straßenbaus werden Trink- und Abwasserleitungen erneuert.

Ein zweites größeres Vorhaben steht noch nicht genau fest. Priorität haben neue Leitungen im Zuge des weiteren Ausbaus der Hornburger Straße in Osterwieck, was sich wohl im Mai oder Juni entscheiden soll. Alternative wäre ein neuer Abwasserkanal von der Hornburger Straße zum Klärwerk, da der alte Kanal unter einer feuchten Wiese viel Fremdwasser aufnimmt.

Im Trinkwasserbereich konzentriert sich der Verband weiterhin darauf, alte Guss- und vor allem Bleileitungen auszutauschen. Schwerpunkt ist dabei Osterwieck. So in der Thälmannstraße und Vor dem Neukirchentor. Bis 2013 dürfe es keine Bleileitungen mehr geben. Um keine Straße zweimal aufzureißen, hofft Ballhausen jetzt auf eine Zuarbeit der Stadtverwaltung, welche Straßen bis dahin noch saniert werden sollen.