Das Für und Wider zum Wiederaufbau einer Fußgängerampel in Halberstadts Kühlinger Straße beschäftigt viele Leser. Besonders, nachdem dort eine 89-jährige Rentnerin tödlich verletzt worden ist. Der Volksstimme-TED liefert jetzt ein klares Stimmungsbild: Eine deutliche Mehrheit fordert diese Ampel zurück.

Halberstadt (tk/dl) l 438Leser haben das Volksstimme-Angebot genutzt. Sie haben sich an der telefonischen Abstimmung für oder gegen den Wiederaufbau der Ampel an der Kühlinger Straße beteiligt. Das Ergebnis - auch wenn es nicht repräsentativ ist - fällt eindeutig aus: 261Anrufer haben sich für eine Fußgängerampel ausgesprochen, 177Frauen und Männer lehnen diese ab. Der TED war ganztägig am Freitag und Sonnabend vor den Pfingstfeiertagen geschaltet worden.

Unterdessen zeigt sich in den Wortmeldungen der Leser weiter ein breit gefächertes Meinungsbild. Befürworter einer Ampel finden sich dabei ebenso wie Kritiker, die dies entweder gänzlich ablehnen oder in einem Fußgängerüberweg einen Mittelweg sehen.

Dass für die Sicherheit der Fußgänger in der Kühlinger Straße etwas getan werden muss, steht für Rolf Ehrig außer Frage. "Ein Fußgängerüberweg wie in der Gerberstraße wäre aber völlig ausreichend", ist der 69-Jährige überzeugt. Damit wäre allen Seiten - Fußgängern wie Autofahrern - Genüge getan. "Die Ampel dort hat den Verkehrsfluss früher stark behindert." Rolf Ehrig sieht mit Blick auf die Halberstädter Ampeln generell Diskussions- und Handlungsbedarf. "Nehmen wir mal die Anlage in der Sternstraße/Ecke Rabahne. Da ist am Wochenende nix los und trotzdem ist die Ampel in Betrieb." Für Ehrig bleibt ein klares Fazit: Mehr Rücksichtnahme im Straßenverkehr und schon funktioniere das Miteinender in der Kühlinger Straße auch mit einem Fußgängerüberweg. "Andere Länder machen uns das doch vor, in Halberstadt ist man ampelsüchtig."

In Halberstadt ist man ampelsüchtig

Das sieht Rolf Winkler gänzlich anders: "Die einfachste Lösung wäre zwar ein Zebrastreifen. Ich persönlich sehe dort aber die Notwendigkeit einer Ampel", sagt der frühere Taxiunternehmer. Die aus Kostengründen erfolgte Demontage der Anlage hält er für "unverantwortlich".

"Wenn man jetzt vielleicht noch den Autofahrer bestraft, der die 89-jährige Rentnerin angefahren hat, machen es sich die Verantwortlichen zu einfach. Hier muss die Frage gestellt werden, welche Schuld diejenigen haben, die damals für die Demontage der Ampel gesorgt haben", sagt Winkler mit Blick in Richtung Rathaus. Dort war 2012 die Demontage der Querungshilfe beschlossen worden - Einspareffekt: 2700Euro pro Jahr.

Auch per E-Mail haben die Lokalredaktion weitere Wortmeldungen erreicht:

Der Halberstädter Günter Ramme erklärte, er rufe allen Befürwortern der Ampel jene Situation in Erinnerung: Sie haben bei Rot an der Ampel stehen und warten müssen, obwohl auf der Straße überhaupt kein Auto kam. Der Volksstimme-Leser: "Jeder Verkehrsteilnehmer - auch ein Fußgänger - hat den Verkehr zu beachten." Als Alternative zum Wiederaufbau der Ampel schlägt Günter Ramme vor, die Ampelschaltung an der Kreuzung Heineplatz - Schwanebecker Straße so besser abzustimmen, dass auf der Kühlinger Straße ein gleichmäßiger Verkehrsfluss möglich ist, "und die geforderte Ampel wäre überflüssig".

Winfried Winkler sandte der Volksstimme folgenden Vorschlag: Die Ampel von der Berufsschule in der Hans-Neupert-Straße sollte in die Kühlinger Straße umgesetzt werden. Der Halberstädter: "Diese Ampel behindert am Wochenende nur den Verkehr, da sie meist auf Rot steht. An der Berufsschule würde ich einen Zebrastreifen einrichten, außerdem beidseitig 100Meter vor der Berufsschule eine 30er-Zone schaffen und den Beginn dieser Zone mit einer leichten Bodenwelle als `Gedankenstütze` untermauern." Damit, so Winfried Winkler, wären die Einsparungen von 2600Euro weiter gewährleistet und die Sicherheit an der Berufsschule nicht gefährdet.

Die Volksstimme ist an weiteren Wortmeldungen zum Thema Fußgängerampel an der Kühlinger Straße interessiert:

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