"Glück zu" heißt der alte Müllergruß, der zum Deutschen Mühlentag vielfach erklingt. Die Faszination Mühle und deren alte Technik ist ungebrochen und kommt gut an. Die Baderslebener feiern traditionell das Pfingst- und Mühlenfest im Schatten ihrer Bockwindmühle.

Badersleben l Das Festzelt ist so gut wie leer, obwohl hier eine Blaskapelle spielt. Doch es ist einfach zu heiß, um unter dem Zeltdach zu sitzen. Die Besucher des Mühlenfestes an der Bockwindmühle in Badersleben haben sich Schattenplätze gesucht, die Musik ist auch so zu hören. Es wird gegessen, getrunken und ausgiebig gefeiert. Das Bild an der Mühle erinnert an frühere Zeiten, wo sich Städter mit großen Picknickkörben an den Wochenenden zum Landausflug aufgemacht haben.

Die Bockwindmühle in Badersleben wurde im Jahr 1866 südöstlich von Badersleben errichtet und hat bis 1965 gearbeitet. Neben der Windkraft sorgte seit 1931 ein Dieselmotor von 15 PS für den nötigen Antrieb. In der Mühle führt Hans-Otto Krüger die Gäste durch die verschiedenen Ebenen und erläutert die Arbeitsgänge. Mehl, Kleie, Futtergetreide und Schrot wurden hier gemahlen und gemischt. Dabei waren immer mehrere Mahlgänge nötig. Die "Bockwindmühle" hat ihren Namen übrigens von der besonderen Bauart, die es ermöglicht, dass die Mühle komplett auf dem sogenannten "Bock" drehbar gelagert ist und in den Wind gedreht werden kann. Seit 1993 befindet sich die Bockwindmühle im Besitz der Gemeinde Badersleben. Der Heimatverein des Ortes hat die Mühle gepachtet und kümmert sich um Pflege und Erhalt. Dietmar Küchenmeister, der Vorsitzende des Vereins, erzählt: "Wegen eines Sturmschadens ist die Mühle gegenwärtig etwas flügellahm. Das soll jedoch so schnell wie möglich behoben werden. Wir hoffen, dass sie sich noch in diesem Jahr wieder drehen wird. Wir als Verein müssen uns immer etwas ausdenken, um Geld in die Kasse zu erwirtschaften." So sei die Idee von Ferienwohnungen entstanden, die an Gäste vermietet werden. Beliebt seien auch Feiern an der Mühle, die bei Bedarf ausgerichtet werden. Die neueste Errungenschaft des Heimatvereins ist ein transportabler Backofen, wo die Frauen Kuchen backen und diesen zum Verkauf anbieten. Überhaupt machen wir hier fast alles selbst, beschreibt Küchenmeister: "Wir sind zum Glück etwa 100 Mitglieder im Verein, sodass die Arbeiten auf viele Schultern verteilt werden können. Als einige Frauen des Ortes das Puppentheater für die beliebte Aufführung vorbereiten, erinnert sich Dietmar Küchenmeister an seine früheren Auftritte als Mühlengeist, die stets für großes Hallo gesorgt haben. "Weil wir jetzt wieder mehr Kinder im Ort haben, könnten wir das wieder aufleben lassen."

   

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