An der Martinikirche in Halberstadt entsteht ein Denkmal, das an die friedliche Revolution im Herbst 1989 erinnern wird. Im Oktober diesen Jahres wird es zum 25. Jahrestag des Bürgerprotestes eingeweiht. Die Halberstadtwerke unterstützen das Projekt.

Halberstadt l 25 Jahre nach der friedlichen Revolution in der damaligen DDR soll in Halberstadt den Menschen ein Denkmal gesetzt werden, die im Herbst 1989 für Demokratie und Freiheit friedlich demonstriert und Geschichte geschrieben haben. Tausende haben sich damals erst in der Martinikirche getroffen und zogen anschließend mutig durch die Stadt. Die Halberstadtwerke unterstützen das Projekt.

Bodo Himpel, Geschäftsführer der Halberstadtwerke, hat gestern eine Spende über 1500 Euro an die Initiativgruppe "Denkort Martini" übergeben. "Ich bin begeistert davon, dass sich Menschen so engagiert für diesen Denkort Martini einsetzen. Wir unterstützen das Vorhaben sehr gern", betonte der Geschäftsführer. Das Projekt zeigt, welch ein Potenzial in Halberstadt steckt. Bodo Himpel: "Das wird leider häufig unterschätzt."

Vor fünf Jahren ist das Projekt aus der Taufe gehoben worden. Seitdem rühren die Mitglieder der Initiativgruppe kräftig dafür die Werbetrommel. Das Resultat kann sich sehen lassen. "Etwa 15 000 Euro an Spenden haben wir bisher bekommen. Etwa 20 000 Euro soll der Denkort kosten. Daher sind wir auf einem guten Weg", berichtet Kristine Paul. "Wir wussten damals nicht, wieviel Arbeit mit dem Projekt verbunden ist. Ich freue mich, dass es jetzt an die Umsetzung geht", sagt Annette Leppinger, Mitglied der Initiativgruppe.

"Anlässlich des 25. Jahrestages der friedlichen Revolution wird der Denkort eingeweiht", informiert Monika Hinz von der Initiativgruppe. Am 25. Oktober 1989 trafen sich zum ersten Mal tausende Menschen zum Protest in der Martinikirche, daher soll am 25. Oktober diesen Jahres um 14 Uhr das Denkmal feierlich eingeweiht werden.

Nach einem Entwurf von Katharina Hinz entsteht an der Turmseite der Bürgerkirche eine neun Meter hohe Stele. In einem Gitterfeld werden mehr als 300 bewegliche Edelstahl-Streifen befestigt, die das Sonnenlicht reflektieren und dessen Strahlen in die Stadt hineinwerfen. Sie steht symbolisch für die unzähligen Kerzen, die 1989 in der Kirche entzündet und bei den Demonstrationen durch die Stadt getragen wurden. Die Lichtreflexe vergegenwärtigen die Sehnsüchte nach demokratischen Grundrechten und die Hoffnung auf Veränderung, die die Menschen in jenem Herbst beflügelten. An der Stele sind zwei Texttafeln angebracht, die die Ereignisse des Herbstes 1989 in Halberstadt schildern.

Spenden für den Denkort sind noch möglich. Die Stadt Halberstadt hat ein Konto dafür eingerichtet: Harzsparkasse, IBAN DE61 8105 2000 0360 1268 12, BIC NOLADE 21 HRZ, Kennwort Denkort Martini. Auf Wunsch stellt die Stadtverwaltung eine Spendenquittung aus.