Wernigerode/Halberstadt l Sie ist das Fräuleinwunder aus Halberstadt und wird gerne mit Schlagerstar Helene Fischer verglichen - Sängerin Linda Hesse ("Ich bin ja kein Mann") bringt Ende Juli nach "Punktgenaue Landung" ihr zweites Studioalbum auf den Markt.

CD-Aufnahmen, Fernsehtermine, Bühnenbesichtigung, Auftritte und Foto-shootings: Dass sie innerhalb einer Woche drei Mal quer durch die Bundesrepublik gereist ist, sieht man der 27-Jährigen bei einem Pressetermin in Wernigerode nicht an. Entspannt sitzt sie in einem Café am Marktplatz, die Kopfhörer sind lässig um den Nacken gelegt, sie lächelt fröhlich. Im Hintergrund bereiten sich Kameramänner auf den Dreh mit der smarten Blondine vor. Für Linda Hesse eine kurze Verschnaufpause, bevor sie für Fotografen und Kameraleute vor dem Rathaus posiert.

Auf die Frage, ob ihr der ganze Rummel nicht manchmal ein bisschen viel werde, winkt sie ab. "Ich bin gerne unterwegs", sagt sie. "Und außerdem bin ich ja nie allein, meine Band ist fast immer dabei." Und so berichtet sie, wie sie erst vor fünf Tagen in Halle/Westfalen während eines Tennis-Turniers eine Bühne begutachtet habe. "Dort findet im September das erste Konzert zu meinem neuen Album statt", verrät sie.

Dass bei dem Auftritt alles passt, ist Linda Hesse wichtig. Für sie als Profi gehört es deshalb einfach dazu, die Bühne vorher anzuschauen. Die Halberstädterin ist längst keine Regionalprominente mehr - sie spielt mit ihrer Band 2014 Konzerte in ganz Deutschland, auch in Belgien und Österreich tritt sie auf. "Bei einer Show in der Nähe von Graz habe ich vor Kurzem ein Dirndl geschenkt bekommen. Vielleicht ziehe ich das beim nächsten Oktoberfest in Wernigerode an", sagt sie und lacht.

Von Westfalen aus ging es für die kesse Blondine dann nach Bensheim zwischen Mannheim und Darmstadt, wo sie während des dortigen Hessentages für die Sendung "Schlagerparty" im Hessischen Rundfunk zwei Tage lang vor der Kamera stand. "Und von Bensheim sind wir nach Berlin gefahren - ich saß am Steuer, die Musiker haben hinten gesessen und sich entspannt", berichtet sie im Volksstimme-Gespräch.

In Berlin ging es wieder ins Studio, um neue Songs aufzunehmen. Das zweite Album - es wird emotionaler, kündigt sie an. "Eine derbe Portion Herz steckt in den Titeln. Ich bin noch nicht damit fertig, Geschichten aus dem Liebes- und Lebenswahnsinn von mir und meinen Freunden zu erzählen", sagt sie. "Aber der Humor bleibt. Ich singe weiterhin witzige Geschichten, und man kann bei dem ein oder anderen Song schmunzeln. In die neuen Titel mischen sich aber auch Gedanken an die Zukunft - an einen möglichen Mr. Right." Denn - daraus macht sie kein Geheimnis: Den Mann fürs Leben hat Linda Hesse bisher noch nicht gefunden.

Ganz besonders freut sich die 27-Jährige auf einen Termin in dieser Woche. Sie nimmt zwei Songs mit dem Filmorchester Babelsberg auf - darunter eine Ballade. "Das Album wird nicht nur die glücklich machen, die meine Texte toll finden. Auch echte Musikfans werden auf ihre Kosten kommen", verspricht die Sängerin.

Trotz des Trubels um das neue Album versucht Linda Hesse mindestens einmal im Monat zu ihrer Familie in Halberstadt zu fahren. Als Kind, so erinnert sie sich, sei sie oft in Wernigerode bei Verwandten zu Besuch gewesen. Zum Sachsen-Anhalt-Tag vom 18. bis 20. Juli in Wernigerode wird sie gleich zwei Auftritte absolvieren.

Die 27-Jährige hat für eine neue Zeitreise-App fürs Handy eine Tour durch Wernigerode entworfen. Mit der Anwendung, die der MDR ab Anfang Juli anbietet, können Smartphone-Nutzer auf Spurensuche in verschiedenen Städten Mitteldeutschlands gehen, darunter auch Wernigerode.

Linda Hesse hat drei Lieblingsorte für ihre persönliche virtuelle Tour durch die Bunte Stadt im Harz ausgewählt: das Café Wien, das Wernigeröder Schloss und das Kleinste Haus. "Das fand ich als Kind so wahnsinnig beeindruckend, wie eine Familie in so einem winzigem Haus gelebt hat."