Schwanebeck l Der Start in den ersten Tag des Mittelalterspektakels verlief etwas verhalten, doch ab Mittag füllte sich das Gelände mit neugierigen Besuchern, die das über das Gelände der katholischen Kirche in Schwanebeck verteilte Lager spazierten. Die Mitglieder des Heimatvereins nahmen es wohlwollend zur Kenntnis. "Der gute Zuspruch zu der Veranstaltung war der Lohn der Mühen für die lange Vorbereitung", sagte Petra Hein, Vorsitzende des Vereins, zur Volksstimme. "Die Reaktionen unserer Festgäste waren allesamt positiv." Selbst die Verbandsgemeinde-Bürgermeisterin Ute Pesselt (Buko) lobte die Veranstalter, ließ sich dabei von einem kleinen Regenschauer nicht stören, ebenso wie die anderen Besucher.

Das fahrende Volk zeigte gutgelaunt seine Künste, verführte die Schwanebecker dazu, bei den angebotenen Spielen mitzumachen. Das historische Holzkarussell, welches von Hand betrieben wird, begeisterte die Kinder. Am Bogenschießstand demonstrierte "Nicci - die Herrin der Pfeile", wie man gekommt die aufgestellten Ziele trifft.

Gleich nebenan stellte die Büttenmacherin Petra Papier her und erläuterte die Arbeitsgänge. "Das etwas dickere Papier nehme ich zur Fertigung von Papierlaternen, die dann ein ganz besonderes Licht verströmen", schilderte sie. "Wird es auf einer Presse weiter verarbeitet, dann kann man hinterher auch tatsächlich darauf schreiben." Am Stand der Kunsthandwerker fanden sich noch ein Lederer und ein Zinngießer. Gegenüber hämmerte ein Schmied auf glühendes Eisen ein.

Korbflechter, Mollenhauer und die Spinnerin Kirsten stellten ebenfalls ihr altes Handwerk vor, das schon vor tausend Jahren in der Harzregion typisch war. Neben der 1000-jährigen Linde hatte der Magus und Gaukler Yandaal sein Zelt aufgeschlagen, Drakyja bot allerhand Spiele zum Mitmachen an. Emilie aus Nienhagen ließ sich von Gwenlyn kunstvoll die Haare flechten. Ungewöhnliche Klänge drangen hin und wieder aus der Kirche. Direkt vor dem Altar gab Dudelsackspieler Harald Wunneburg einige Auftritte.

Die Abendveranstaltung mit den "Sky-Stones" aus Magdeburg sorgte noch einmal für ein bis zum Platzen gefülltes Festzelt. Petra Hein sagte dazu: "Die Band hat bewiesen, dass sie ihr Handwerk versteht, wir haben bis in die frühen Morgenstunden gefeiert. Das war gar nicht so einfach für die vielen Helfer, die am nächsten Tag ab 10 Uhr schon wieder auf dem Platz sein mussten. Ich möchte mich bei allen Unterstützern bedanken, die uns vorher, dabei und hinterher geholfen haben."

 

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