Danstedt/Halberstadt (dl) l Beamte von Polizei und Zoll sowie Mitarbeiter der Kreisverwaltung gehen gegenwärtig dem Verdacht des ausbeuterischen Menschenhandels nach. Ein Polizeisprecher hat auf Anfrage der Volksstimme entsprechende Informationen bestätigt. Danach soll ein Mann aus dem Raum Bad Harzburg auf einer früher von der Armee genutzten Radaranlage zwischen Athenstedt und Danstedt Rumänen untergebracht haben. "An der Art und Weise der Unterbringung sowie der Versorgung der Menschen gibt es Kritik. Ob diese berechtigt ist und ob es hier letztlich strafrechtlich relevante Punkte gibt, steht allerdings noch nicht fest. Wir sind mit unseren Ermittlungen noch ganz am Anfang", hieß es.

Insgesamt seien nach ersten Erkenntnissen 16 Männer und drei Frauen aus Rumänien betroffen. Diese seien auf dem Areal in zwei Finnhütten untergebracht. Nach Informationen der Volksstimme sollen die Rumänen für Arbeiten in landwirtschaftlichen Bereichen vermittelt worden sein. Betroffene sollen sich aufgrund der Unterbringung und der Verpflegung an eine deutsche Arbeitsvermittlerin gewandt und so die Ermittlungen ins Rollen gebracht haben.

Bei dem Areal handelt es sich um eine früher von der Nationalen Volksarmee (NVA) genutzte Radaranlage, die nach der Wende von der Bundeswehr übernommen wurde. Später wurden Unterkünfte auf dem Areal auch von der Polizei genutzt. Die Liegenschaften der Polizei stehen bereits seit längerem leer.

Ob dem Bad Harzburger überhaupt Vorwürfe gemacht werden können, ist nach Polizeiangaben gegenwärtig noch völlig unklar. Die Rumänen könnten sich als EU-Bürger innerhalb der Europäischen Union frei bewegen und unterlägen keinerlei Arbeitsbeschränkungen. Die genauen Konditionen von Unterbringung und Entlohnung würden nun ebenso geprüft wie der aufgekommene Verdacht, dass den Betroffenen teilweise die Pässe abgenommen worden sein sollen.