Halberstadt l Zwei primäre Ziele verfolgt Martin Skiebe mit der Neuausrichtung. Zum einen solle dadurch nach den Worten des Landrates (parteilos) das Alleinstellungsmerkmal des Harzkreises weiter gestärkt werden. Andererseits gehe es um eine noch engere Kooperation mit den Nachbarkreisen.

Künftig werde in den drei Dezernaten (siehe Grafik) die reine Verwaltungsarbeit geleistet. Den beiden Fachbereichen obliege es, den schöpferischen Part zu übernehmen, um alle vorhandenen Potenziale weiterzuentwickeln. Skiebe: "Der Landkreis ist in seiner Struktur nicht homogen." Es gebe Räume mit Defiziten. Die dort lebenden Bewohner, so der Landrat, "müssen wir mitnehmen". Es sei wichtig, ihnen Möglichkeiten aufzuzeigen, hierzubleiben, statt abzuwandern.

Mit dem neuen System könnten bisher klaffende Lücken in der strategischen Steuerung geschlossen werden. Der Abstimmungsbedarf werde verringert. Zudem dürfe es keine Überschneidungen bei Verantwortlichkeiten mehr geben. Martin Skiebe: "Wir schaffen Rahmenbedingungen. Das bedeutet auch, Zuständigkeiten abzugrenzen." Und: "Meine Vorstellung ist, dass jeder Unternehmer an der richtigen Stelle den richtigen Ansprechpartner findet."

Wo sich in diesem Apparat der bisherige Chef-Wirtschaftsförderer Bernd Skudelny wiederfindet? Die Antwort auf eine entsprechende Volksstimme-Nachfrage ließ der Landrat offen. Er erklärte lediglich: "Die Kreisverwaltung insgesamt versteht sich als Wirtschaftsförderung."

Bis zum Jahresende solle die novellierte Verwaltung arbeitsfähig sein. Dies schließe aber nicht aus, "dass es Nachjustierungen geben wird". Schließlich werde damit jetzt Neuland betreten. Aufgabe sei es, Prozesse nicht nur in Gang zu setzen, sondern sie ergebnisorientiert trotz gleichbleibend knapper Finanzen zu steuern.

Martin Skiebe: "Der Kampf um die Menschen findet bereits statt." Und den, lässt er erkennen, will er gewinnen.