Die Einwohner im Halberstädter Ortsteil Aspenstedt mussten viele Jahre lang darauf warten, dass auch in ihrer Gemeinde das Internet-Breitband-Netz aufgebaut wird. Nachdem im vergangenen Jahr die nötigen technischen Komponenten nachgerüstet wurden, werden die beantragten Anschlüsse jetzt schrittweise geschaltet. Zuweilen gibt es dabei aber einige Hürden zu überwinden, wie der Fall eines Aspen-stedters beispielhaft zeigt.

Halberstadt/Aspenstedt/Athenstedt. Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude. Insbesondere wenn der langersehnte Wunsch zeitnah zum Weihnachtsfest endlich in Erfüllung gehen soll. In Aspen-stedt – und auch im Nachbarort Athenstedt – kamen beide Faktoren im Dezember zusammen: Kurz vor Weihnachten lag die Telekom ganz knapp vor der Ziellinie und kündigte an, in Kürze endlich die ersten "schnellen" DSL-Internet-Anschlüsse zuzuschalten (die Volksstimme berichtete).

Für manchen Internetnutzer, der seit Jahren auf höhere Übertragungsraten gehofft hatte, war allein die Aussicht, dass es nun endlich soweit sein soll, in der Tat fast so etwas wie ein Weihnachtsgeschenk.

Auch Ditmar Klaus gehört zu jenen Aspenstedtern: Der 50-Jährige verfolgte im vergangenen Jahr unablässig den mit erheblichen Fördermitteln finanziell unterstützten Ausbau des Telefon- und Datennetzes in seinem Ort. Als dessen Finale sichtbar wurde, machte sich der langjährige Telekomkunde auf die Suche nach einem günstigen Komplettangebot.

Der Kommunikationsriese mit den magentafarbenen Tupfern im Logo habe bei seiner persönlichen Markt- und Angebotsanalyse von Anfang an im Mittelpunkt gestandenen, stellt Ditmar Klaus klar: "Ich bin schon lange bei der Telekom und hatte auch keineswegs vor, daran etwas zu ändern. Mir ging es allein um die Frage, wo ich den für mich preiswertesten Vertrag abschließen und als Kunde alle Zugaben und Vorteile bekommen konnte."

Ein naheliegendes Ziel in Zeiten, in denen viele Kommunikationsanbieter mit Rabatten, Prämien und Gutschriften um Kunden buhlen. Um stets auf dem aktuellen Stand zu sein, habe er in den vergangenen Monaten "sehr viele" Telefonate mit Mitarbeitern der Telekom-Call-Center geführt.

"Ich bin schon lange bei der Telekom und hatte nicht vor, das zu ändern"

Das letztlich beste Schnäppchen fand der Aspenstedter schließlich im Elektronikfachhandel: Eine 16 000-er DSL-Leitung mit Internet- und Telefon-Flatrate für 34,95 Euro plus einer Gutschrift, die den Monatspreis über zwei Jahre Vertragslaufzeit um monatlich fünf Euro reduziert. Und damit nicht genug: Das Team des Elektronikmarktes packte noch einen besonderen Leckerbissen obendrauf: Einen Gutschein über 210 Euro.

Eine Offerte, bei der sich Ditmar Klaus am Ziel aller Wünsche wähnte. Deshalb machte er am 31. Dezember 2010 Nägel mit Köpfen und freute sich nun auf das baldige grüne Ampellicht an der persönlichen Auffahrt zur schnellen Datenautobahn.

Das böse Erwachen folgte allerdings schon kurz nach Silvester: Während noch am Tag des Auftrages eine schriftliche Bestätigung der Telekom Deutschland GmbH an ihn rausging, folgte am 4. Januar die Ernüchterung: DSL-Zugänge, teilten zwei Telekom-Mitarbeiterinnen dem geschockten Aspenstedter ebenso freundlich wie unmissverständlich mit, seien in seinem Ort derzeit nicht verfügbar, weil kein DSL-Port frei sei.

Ein Unding, dachte sich Klaus kopfschüttelnd und fragte – einmal mehr – in einem der bundesweit verstreuten Telekom-Call-Center nach. Schließlich, so erinnert sich der 50-Jährige, waren doch just zu diesem Zeitpunkt Telekom-Mitarbeiter in Aspenstedt unterwegs, um Anwohnern ein neues Produkt zu verkaufen: einen T-Com-DSL-Anschluss.

Heute – gut zwei Wochen später – hat Ditmar Klaus noch immer keine Klarheit. Zwar habe er mittlerweile die nötigen Hardware-Komponenten sowie eine neue Telekom-Auftragsbestätigung mit neuer Registriernummer zugeschickt bekommen. "Einen Termin für die verbindliche Zuschaltung habe ich aber ebenso wenig wie die nötigen Zugangsdaten", meint er sichtlich entnervt. Und ihm schwant Böses: "Ist jetzt womöglich auch mein vergleichsweise guter Vertrag mit den guten Konditionen futsch?"

"Das, was wir unserem Kunden zugesagt haben, bekommt er auch"

Zumindest an letztere Befürchtung glaubt der Verkaufsleiter des Halberstädter Markes indes nicht: "Herr Klaus hat womöglich zu oft bei der Telekom-Hotline angerufen und damit offenbar einen neuen Auftrag ausgelöst", meint Mark Krüger. Regelmäßige Nachfragen in den Telekom-Call-Centern könnten dazu führen.

Gleichwohl sei letztlich der Ursprungsauftrag entscheidend, versichert Mark Krüger. Und da jener Erstauftrag im Media-Markt ausgelöst worden sei, müsse der Kunde auch nicht befürchten, nun zu schlechteren Tarifkonditionen versorgt zu werden. "Das, was wir unserem Kunden zugesagt haben, bekommt er auch", versichert Mark Krüger.

Allein ein wenig Geduld muss der Aspenstedter offenkundig noch mitbringen. Wann genau die DSL-Ampel vom Ditmar Klaus auf Grün geht, ließ sich bislang noch nicht in Erfahrung bringen. Ein Telekom-Sprecher nahm sich gestern auf Anfrage der Volksstimme des konkreten Falls an – sobald es ein Ergebnis gibt, wird die Volksstimme darüber berichten.

Derweil kamen gestern positive Nachrichten aus Athenstadt: "Bei uns ist der erste DSL-Anschluss jetzt geschaltet worden – er funktioniert wunderbar", berichtete Bürgermeister Ralf Barthel.