Mehr als 200 Gäste folgten am Donnerstagabend der Einladung von Oberbürgermeister Andreas Henke und Stadtratspräsident Dr. Volker Bürger zum Neujahrsempfang der Stadt der Stadt Halberstadt.

Halberstadt. Weniger Tische, dafür mehr Platz für die Gäste – doch die drängten sich trotzdem lieber im hinteren Bereich des Ratssaals. Was Ratspräsident Bürger dazu veranlasste, an den alten Schaffner-Spruch zu erinnen: "Bitte durchtreten zur Wagenmitte!" Launig begrüßte Bürger die weit über 200 Gäste, dankte den Organisatorinnen vom Team für Gemeindeangelegenheiten und allen Helfern für die Ausrichtung des Empfangs.

Der Ratspräsident betonte, sich bewusst auf das Unwort des Jahres beziehend, dass Bürgerengagement und die Vielfalt der Ideen alternativlos für Halberstadts Entwicklung seien. Es gäbe kaum einen Bereich, der nicht mitgetragen und geprägt werde von ehrenamtlichem Einsatz, in dem nicht Menschen agierten, die dem Motto Dr. Hausmanns folgten: "Ich habe gewagt, woran ich geglaubt habe". Dafür gebühre allen, die sich mit Ideen, Zeit und Spenden für unterschiedlichste Projekte einsetzten, ein großer Dank. Zugleich hob Bürger hervor, dass aber nicht alles, was in der Stadt auf dem Gebiet der sogenannten freiwilligen Aufgaben geleistet werde, nur vom Ehrenamt getragen werden kann.

"Das Miteinander und Füreinander ist der größte Schatz in Halberstadt."

Diesen Gedanken griff auch Oberbürgermeister Andreas Henke in seiner Neujahrsansprache auf, die er unter die Schlagwörter "Miteinander und Füreinander" gestellt hatte: "Wenn Bundespolitik zulässt, dass in Städten und Gemeinden Bäder, Museen, Bibliotheken, Jugendtreffs und Theater unwiderruflich geschlossen werden müssen, weil schlicht das Geld fehlt, unterstreicht dies in aller Dringlichkeit ein notwendiges Anerkenntnis der Kommunen." Denn Städte und Gemeinden seien die Orte, in denen Menschen leben und arbeiten, in denen Kinder geboren werden, die Schulen besuchen, lernen und studieren, um sich als Fachkräfte zur Verfügung zu stellen.

Das wichtigste Potenzial der Stadt sei aber das Engagement der Bürger: "Dieses Miteinander und Füreinander ist, neben dem Domschatz, der größte Schatz in Halberstadt."

Deswegen warb der Oberbürgermeister auch dafür, dass sich die Halberstädter dieses Miteinander und Füreinander als guten Vorsatz für das neue Jahr zu Herzen nehmen: "Wenn wir uns gemeinsam immer wieder daran erinnern und unser Handeln daran ausrichten, haben wir die große Chance, dass er nicht im Ansatz erstickt, auch unter schwierigsten Bedingungen der Stadt Bestes zu suchen und zu finden."

Keine Neujahrsrede ohne Ausblick, deswegen schloss Henke mit den Vorhaben für das Jahr 2011. Mit der Haushaltskonsolidierung habe man "ein verdammt dickes Brett zu bohren". "Wir wollen und müssen eine klare strategische Perspektive aufmachen, damit wir den Menschen Grundvertrauen und Berechenbarkeit geben können und Halberstadt auch künftig selbstbestimmt und zukunftsfähig bleibt", so Henke kämpferisch.

Im Anschluss an den offiziellen Teil wurde dann nicht nur das Büfett von den Gästen gestürmt, sondern im Gespräch wurde auch das Mit- und Füreinander ganz im Sinne des Oberbürgermeisters gepflegt.