Die Hessener Grundschule "Aue-Fallstein" hat mit einer Festwoche das Jubiläum "10 Jahre neue Schule" gefeiert. Das Bauvorhaben war seinerzeit ein Kraftakt gewesen.

Hessen l "Jedes Mal wenn ich hier vorbeigehe, kann ich mir ein Lächeln nicht verkneifen", sagte Klaus Bogoslaw. Der Hessener freut sich, dass durch die Grundschule der Name "Aue-Fallstein" nicht vergessen ist. 1991 als erste Verwaltungsgemeinschaft im Landkreis gegründet, existierte die spätere Einheitsgemeinde bis Ende 2009. Und ohne das Zusammenhalten der sieben Aue-Fallsteiner Orte hätte es die moderne Hessener Grundschule in der heutigen Ausstattung wohl nicht gegeben.

Die Erinnerungen an diese aufregende Bauzeit, die vor zehn Jahren ihren Abschluss fand, machten in der Festwoche nochmal die Runde. Denn Schulleiterin Annett Habermann hatte u. a. damals beteiligte Kommunalpolitiker, Planer und Bauschaffende eingeladen. "Danke, dass sie Mut zum Risiko gezeigt haben", betonte sie.

Mutig war sie schon, die Entscheidung zum Hessener Schulbau - und entbehrungsreich. Zunächst hatten die Aue-Fallsteiner in den 1990er Jahren ihre Schullandschaft ordnen müssen. Hessen und Dardesheim besaßen beide jeweils eine Grund- und eine Sekundarschule. Jeweils eine wurde geschlossen. Es blieben die Sekundarschule in Dardesheim und die Grundschule in Hessen.

Mit eigener Kraft als Schulträger, normalerweise wäre das der Landkreis gewesen, baute die Verwaltungsgemeinschaft zunächst für zwölf Millionen Mark die Sekundarschule aus.

2001 ging es mit der Hessener Grundschule einschließlich Turnhallensanierung weiter. Das Geld der Mitgliedsgemeinden war da schon weniger geworden, blickte Klaus Bogoslaw zurück. Doch die Gemeinderäte entschlossen sich, alle Investitionspauschalen, die sie vom Land erhielten, in die Hessener Schule statt die eigenen Orte zu investieren. "Verwaltungsgemeinschaft, Bürgermeister und Gemeinderäte haben uneingeschränkt dazu gestanden", betonte Bogoslaw. Sechs Millionen Mark hatte der Bau nochmal gekostet. "Das war zukunftsträchtig. Es hat sich gelohnt."

Heute profitiert davon die Stadt Osterwieck. Hessen ist Standort der größten der drei Grundschulen, was Osterwiecks Bürgermeisterin Ingeborg Wagenführ (Buko) hervorhob. Sie begrüßte es, nochmal an die Entstehungsgeschichte zu erinnern. Zumal Klaus Bogoslaw auch nicht vergessen hat, dass die Grundschule vormals auf mehrere Gebäude im Ort verteilt war. Erst durch einen Neubau konnte der gesamte Unterricht in der Lindenstraße konzentriert werden.

153 Schüler werden hier derzeit in acht Klassen von zwölf Lehrern unterrichtet. Und noch eine Zahl hatte Annett Habermann, übrigens seit 23 Jahren Schulleiterin, parat: In zehn Jahren wurden hier 504 Schüler gezählt.

Am 16. Juni 2004 wurde die neue Grundschule eingeweiht. Diese jetzige Festwoche zum Zehnjährigen ist um diesen Jahrestag herumgelegt worden. Somit fand das diesjährige Kindertagsfest etwas später statt und wurde zum krönenden Abschluss der Festwoche. Hier wurden vor großem Publikum auch die Sieger des Schulsportfestes ausgezeichnet.

Die Eltern hatten sich stark eingebracht in die Organisation. Der Erlös des Festes soll in ein Zirkusprojekt fließen, auf das sich die Hessener Schüler jetzt schon freuen dürfen. Im November können sie sich nämlich in einem Zirkuszelt selbst als kleine Artisten betätigen.

   

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