Harzer Künstler in der Region und darüber hinaus bekannter zu machen, ist das Ansinnen des Barheine-Beirates. Helfen soll dabei eine neue Publikationsreihe. Der erste Künstlerkatalog ist Hans-Hermann Richter aus Huy-Neinstedt gewidmet.

Huy-Neinstedt l Bebilderte Visitenkarten. So erklärt Dr. Ute Pott, was sich hinter der kleinen Katalogreihe verbirgt, die der Barheine-Beirat jetzt herausgibt. Wobei die Chefin des Halberstädter Gleimhauses lieber von Broschüren als von Katalogen spricht. Denn einen Überblick über das Gesamtschaffen gebe die Broschüre nicht, wohl aber Erläuterungen zum persönlichen Hintergrund des Vorgestellten und dessen künstlerischer Entwicklung und Herangehensweise.

Die Nummer eins in der Reihe ist Hans-Hermann Richter gewidmet. Der Künstler lebt seit 1971 in dem idyllischen Huy-Neinstedt und hat immer von seiner Kunst leben können, wie der 70-Jährige bei der Präsentation der "bebilderten Visitenkarte" nicht ohne Stolz berichtet.

Der ersten Ausgabe soll noch in diesem Jahr eine zweite folgen, dann jedes Jahr eine weitere. Ein Sammelschuber soll die kleinen Kunstwerke über Harzer Künstler in sich vereinen und so einen Blick auf die Vielfalt der zeitgenössischen Kunst in der Region ermöglichen.

2005 hatte der Beirat eine Übersicht über die Gegenwartskunst in den Altkreisen Halberstadt und Wernigerode herausgegeben. Doch seither sind viele Künstler weggezogen, andere haben sich neu im Harzkreis angesiedelt. Deshalb die Idee der Broschürenreihe.

Die in enger Zusammenarbeit mit Hans-Hermann Richter ansprechend gestaltete Publikation (Text Uwe Gellner, Gestaltung und Satz Eberhard Högerle, Druck Koch-Druck Halberstadt) wird für fünf Euro im Gleimhaus, im Schloss Wernigerode und im Buchhandel verkauft. "Wir wollen die Kunst unters Volk bringen", erklärt Dr. Christian Juranek den günstigen Preis und die Tatsache, dass von den 500 gedruckten Exemplaren einige an alle öffentlichen Bibliotheken und an die Fachkonferenzleiter Kunst der weiterführenden Schulen gehen. "Wir wollen das Gespräch anregen über zeitgenössische Kunst und Künstler in der Region", so Juranek.

Er ist als Chef des Wernigeröder Feudalmuseums wie seine Halberstädter Kollegin Pott automatisch im Barheine-Beirat. Dem gehören zudem Vertreter der Stadt Halberstadt, Dr. Horst Scholke als Testamentsvollstrecker, und Dr. Harriett Watts aus Quedlinburg an. "Mit der Harzkreis-Gründung wollten wir die Quedlinburger Kunstszene mit in den Blick nehmen. Auch wenn dies nicht im Testament niedergelegt ist, ist wohl im Sinne Barheines", sagt Juranek.

Während der Vorstellung der Broschüre waren Vize-Landrätin Heike Scheffer und Dr. Michael Haase als Stellvertreter des Halberstädter Oberbürgermeisters anwesend. Beide betonten, dass die Unterstützung der Künstler eigentlich in den Bereich Wirtschaftsförderung gehöre. Dort werde aber, so Haase, eher der Kontakt zu den Unternehmern in den Gewerbegebieten gehalten, was in der Natur der Sache liege. Um so begrüßenswerter sei es, ergänzte Scheffer, dass der Beirat sich so explizit der Künstlerförderung widme.

 

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