Viele Köche verderben – keineswegs – den Brei. Eine Erkenntnis, die erstens einer gängigen Volksmeinung widerspricht und die – zweitens – kürzlich von den Pfadfindern aus Badersleben und Blankenburg bestätigt worden ist. Beide Gruppen waren gegeneinander zum Kochduell angetreten.

Gemeinde Huy/Badersleben/Blankenburg (dlo). Kochduelle sind nicht nur auf den Fernsehkanälen allgegenwärtig – auch die Pfadfinder aus Blankenburg wollten zusammen mit anderen Gruppen aus der Region einen solchen Wettstreit starten. Ein Markt in Derenburg bot dabei die passende Kulisse, berichtet Pfadfinder Johannes Klimmasch aus dem Huy-Ortsteil.

"Die Idee für den öffentlich ausgetragenen Wettstreit stammte von den Blankenburger Kindern, die mehrere Vereine mit ihren Nachwuchsgruppen angesprochen und mit Blick auf möglichst viele Teilnehmer im Vorfeld kräftig die Werbetrommel gerührt hatten", berichtet der Pfadfinder aus dem Nordhuy.

"Die Idee für den Wettstreit stammt von den Blankenburger Kindern."

Doch die Hoffnung auf eine große Runde mit vielen Teilnehmern, die um die Wette schnippeln, garen und brutzeln, habe sich leider nicht erfüllt: Als das Startsignal ertönte, standen lediglich acht Jungköche aus Badersleben und elf aus Blankenburg in Kochmontur und ausgerüstet mit Messern, Töpfen und allerlei kreativen kulinarischen Ideen am "Küchentisch".

Nach dem gemeinsamen Aufbau der Pfadfinder-Jurte waren zuvor die Rahmenbedingungen für das Kochduell publik gemacht worden: Jede der beiden Gruppen bekommt 20 Euro, um damit auf dem Markt die nötigen Zutaten einzukaufen. Das eigentliche Kochen erfolgt – natürlich ganz in Pfadfinder-Manier – über offenem Feuer in einem Topf oder Kessel. Und noch eine Vorgabe mussten die jungen Köche beachten – das fertige Essen sollte pro Mannschaft für mindestens 30 Besucher des Marktes ausreichen. Der letzte Gedanke rund um das Kochduell schließlich entsprang einer karitativen Idee: Der Verkaufserlös auf dem Markt sollte obendrein einem guten Zweck zugute kommen.

Blieb die bei einem Duell nicht unerhebliche Frage nach der Bewertung der kulinarischen Leistungen. Sollten die "Kunden" darüber entscheiden oder ein Fachmann? "Wir haben uns für letzteren entschieden und konnten einen kompetenten Experten für die Funktion des Schiedsrichters gewinnen", erinnert sich Johannes Klimmasch. Mit Robert Riedel sollte kein Geringerer als der Vorsitzende der Prüfungskommission für die Kochausbildung das endgültige Votum abgeben.

Punkt 10 Uhr begann das Kochduell. Klaus Skalitz aus Blankenburg moderierte die Aktion per Mikrofon, damit alle Besucher des Marktes über das Ansinnen informiert waren und mitfiebern konnten. Viele Zutaten wie Gemüse, Brühpulver, Eier sowie ein Suppenhuhn wurden von den Pfadfindern sowie deren Eltern gespendet. "Außerdem wurden wir von einer ganzen Reihe von Händlern, kleinen Geschäften sowie Gärtnereien und Gartenbaubetrieben unterstützt", erinnert Klaus Skalitz und bedankt sich dafür im Namen aller Teilnehmer.

Nach exakt 90 Minuten fiel schließlich der Hammer, mussten die beiden Gerichte fertig sein. Die Blankenburger hatten eine Gemüsesuppe mit Hackbällchen gekocht, die Badersleber eine Kürbissuppe. "Allen Gästen des Marktes schmeckten diese Suppen sichtlich gut – alles in allem wurden gut 100 Portionen verkauft", bilanziert Johannes Klimmasch. Auch Schiedsrichter Robert Riedel habe nicht lange überlegen müssen, wem er den ersten Preis zuspricht. "Das waren letztlich die Blankenburger, die mit großem Jubel ihre Ehrenurkunde in Empfang nahmen", weiß Moderator Klaus Skalitz.

Den Reinerlös von 78,04 Euro spendeten die Blankenburger Pfadfinder an den Tiergarten in Westerhausen. "Unsere jungen Köchinnen waren zwar ein kleinwenig traurig, kündigten aber für dieses Jahr eine Revanche an", meint der Badersleber Johannes Klimmasch schmunzelnd und zugleich hoffend, dass dann mehr Köche mit an den Start gehen. Gleichwohl gelte es allen Teilnehmern und Helfern der Premiere zu danken.