Die 500 Sitzplätze auf dem Schulhof der Diesterwegschule waren am Freitagabend schnell besetzt. Über den enormen Zuspruch bereits am ersten Tag des dreitägigen Schul-, Siedler und Schützenfestes freuten sich die Organisatoren ganz besonders.

Halberstadt l "Ich meine, es sind fast Tausend Leute auf dem Platz. Das ist enorm", stellte Dieter Krone bei der Begrüßung fest. Er erinnerte an die Tradition des Festes und vergaß nicht, den jahrelangen Kampf um den Erhalt der Diesterweg-Schule zu erwähnen.

Und Krone gab sich namens der Siedlergemeinschaft selbstbewusst: "Wir sind nicht nur der größte Stadtteil von Halberstadt, sondern auch der schönste. Und einer, der weiterhin wächst. Das erfüllt uns mit Freude", sagte er und erwähnte das Jubiläum "100 Jahre Gartenstadt". Die ganze Sargstedter Siedlung sei eine Gartenstadt, die seit Beginn des 20. Jahrhunderts Menschen angelockt habe, hier entweder zu bauen oder eine Wohnung zu beziehen. Zum Ende des Jahrhunderts habe es dann noch mal einen starken Zuzug gegeben mit den Neubauten westlich der Schule und im Kirchfeld. Zahlreiche junge Familien hätten sich für ein Leben in der Siedlung entschieden.

Aus diesem Grund werde der Schulförderverein weiter alles daran setzen, die Schule in der Sargstedter Siedlung zu erhalten. Vom Organisationsteam des Siedlerfestes und vielen Siedlern erfahre er dabei große Unterstützung.

Am Eröffnungsabend zog Wolfgang Mursa vom Falkenhof Harz die Aufmerksamkeit des Publikums auf seine fünf Greifvögel. Bei der Vorführung ließ er einen Falken im rasanten Tiefflug über die Köpfe der Leute hinweg fliegen. Seiner Aufforderung "Achtung, Kopf runter!" galt es unbedingt Folge zu leisten. Im Anschluss stellte er seine Tiere vor und beantwortete Fragen von Erwachsenen und Kindern. Mursa ließ den Rabengeier "Hans Huckebein" Schnürsenkel öffnen und Wüstenbussard "Lisa" von Kindern streicheln oder setzte ihnen das Tier auf den Lederhandschuh.

Für Unterhaltung sorgten die Linedancer "Dancing Hats", die schon zu den Stammgästen des Festes zählen. Für die Nachwuchsband "The Jeals" hingegen war es eine Premiere. Leonie Straßburger, Janos Hielscher, Erik Koch sowie Alexander Füllgrabe und Simon Priese unterhielten ihr Publikum, unter das sich viele Fans gemischt hatten. "Genauso haben wir mal angefangen", freuten sich Günter Möhring und Michael "Micky" Kauczor, die Ende der 1960er Jahre bei den "Planeten" spielten und heute mit ihrer Band "Rock`n Fun" unterwegs sind.

Diesmal waren es nur zwei riesige Heißluftballone, die auf dem Sportplatz aufgerichtet wurden. Durch die Flammen der Brenner bekamen die Ballonhüllen eine Innenbeleuchtung und wirkten wie riesige Glühlampen. Das "Glühen" sorgte für besondere Lichteffekte vor dem dunklen Abendhimmel. Die Show wurde von Micky Kauczor mit Musik, die vom Walzer bis zum Rock`n Roll reichte, angefeuert.

Am Sonnabend sowie am Sonntag wurde das Fest fortgesetzt. Oberbürgermeister Andreas Henke (Linke) ließ sich von der Stimmung anstecken und zollte den Organisatoren Respekt: "Geschlossenheit und Stärke beeindrucken mich jedes Jahr aufs Neue. Sie können stolz sagen, dass sich das Siedlerfest etabliert hat und zu einer festen Größe im Halberstadt-Kulturkalender geworden ist." Zugleich gab Henke vor Applaus ein Versprechen: "So lange ich Oberbürgermeister bin, werde ich um den Schul-standort kämpfen."

Fotoimpressionen vom Siedlerfest auf Seite 8

 

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