Halberstadt l Es ist - zumindest ein klitzekleinwenig - so, als würde in Halberstadt heute eine Ära zu Ende gehen. Genauer: In Halberstadt und den sieben Ortsteilen. Schließlich wirkte der Mann, der heute in den Ruhestand verabschiedet wird, in den vergangenen Jahren genau dort: Dieter Krone, seines Zeichens Beauftragter für die Ortsteile und damit verantwortlicher Akteur an der Schnittstelle zwischen Kernstadt und Ortsteilen. Einer Schnittstelle, an der es längst nicht immer ganz reibungslos zuging in den Jahren nach der Eingemeindung der einst eigenständigen Dörfer. Gleichwohl hört man bei den Ortsbürgermeistern allerorten nur Lob und Wertschätzung für Krone.

"Der Hansdampf, der stets in vielen Gassen unterwegs war, hat aus jeder Situation das Beste gemacht und immer einen fairen Umgang gepflegt", bringt es die Langensteiner Bürgermeisterin Ursula Kirste (CDU) gewissermaßen stellvertretend für ihre sechs Amtskollegen auf den Punkt. Krone habe stets die Belange des Ortsteils im Blick gehabt und nach Lösungen gesucht, mit denen möglichst alle leben können - "auch wenn das für unsere Schule nicht gelungen ist". Am Fortbestand von örtlichem Bauhof und Freibad habe Krone unbestritten eine große Aktie. "Dieter Krone war ein toller Unterstützer und immer volksnah", so Ursula Kirste.

"Wenn ich an Dieter Krone denke, sehe ich einen städtischen Mitarbeiter, der in der Verwaltung immer laut daran erinnert hat, dass es Gebietsänderungsverträge gibt", sagt der Athenstedter Bürgermeister Ralf Barthel (WG "Buko"). Krone sei ein den Ortsteilen gegenüber sehr loyaler Mitarbeiter der Stadtverwaltung gewesen. Dass das Wir-Gefühl heute stärker als nach der Eingemeindung ausgeprägt ist, sei auch sein Verdienst.

Als "unschätzbaren Wegbereiter und Unterstützer" beschreibt der Ströbecker Jens Müller (SPD) den 65-Jährigen. "Dass der Stadtrat die Beschlüsse der Ortsteile respektiert hat, ist dem Geist von Dieter Krone zu verdanken", ist Müller überzeugt. Dass diese Harmonie zuletzt mit dem Tauziehen um die Zukunft des Wasser- und Abwasserzweckverbandes Huy-Fallstein (WAZ) und dem Zweitbeschlussbegehren der Ortsteile etwas getrübt wurde, sei keineswegs Krone anzulasten. Hätte Krone hier zu entscheiden gehabt, wäre es wohl nie dazu gekommen, lässt der Ströbecker Bürgermeister anklingen. So aber hätten die Ortsbürgermeister notgedrungen zu diesem Joker greifen müssen. Für Müller eine logische Entwicklung: "Dieter Krone war unser Lehrmeister, er hat uns Ortsteile im Kommunalrecht auf den Weg gebracht. Jetzt sind wir erwachsen."

Der Sargstedter Bürgermeister Mike Wegener (CDU) erinnert sich eine "unkomplizierte Zusammenarbeit auf Augenhöhe". Diese Meinung habe auch sein verstorbener Amtsvorgänger Michael Kinkal vertreten. Krone habe gegenüber den Ortsteilen immer den passenden Ton und den richtigen Tenor gefunden.

"Er hat uns als gleichberechtigte Partner gesehen und war ein Sprachrohr für die Ortsteile", ergänzt der Aspenstedter Rüdiger Müller (CDU). Hubertus Baer aus Klein Quenstedt kennt Krone in dieser Funktion ganz besonders lange. "Er hat den Spagat zwischen den Interessen der Stadt und den Wünschen und Vorstellungen der Ortsteile stets gut gemeistert", sagt der Christdemokrat.

Sein Emerslebener Amtskollege Guido Spillecke (Emerslebener WG) bringt es in einem Satz auf den Punkt: "Er hätte ruhig noch zehn Jahre länger machen können."

Auch Oberbürgermeister Andreas Henke (Linke) weiß, was er mit Krone verliert: "Er ist ein Arbeitstier. Er muss immer dabei sein und sich engagieren. Deshalb bin ich froh, dass er sich nach seiner Pensionierung weiter um das Siedlerfest kümmert. Und auch wir von der Verwaltung werden ihn sicher noch um Rat und Tat bitten." Das dürfte ebenso für Thomas Fahldieck gelten, der nun Ansprechpartner der Ortsteile ist.